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43. BDV-Hauptversammlung in Frankfurt

Wulff


Als Christian Wulff nach 60 Minuten seine Rede beendet hatte, standen 1.600 begeisterte Besucher von ihren Sitzen auf und applaudierten minutenlang. Mit hintergründigen und pointierten Ausführungen zu deutschen, europäischen und weltweiten Herausforderungen und Themenstellungen hatte der Bundespräsident die Gäste der BDV-Jahreshauptversammlung 2017 begeistert: „Wir können stolz sein auf unser Land. Angst taugt nicht als Richtschnur – schon gar nicht in Deutschland“, rief Wulff den Gästen zu. Es war der fulminante Schlusspunkt unter einem informativen, harmonischen und fröhlichen Verbandstreffen, das durch seine ausgezeichneten Gastredner glänzte. Unser Vorsitzender Friedrich Bohl dankte zum Schluss allen Beteiligten und Gästen und sprach von einer „großartigen Veranstaltung“.

 

Saal

 

Unter dem Motto „Weiter erfolgreich auf Kurs!“ hatten wir unsere Vermögensberater in die Frankfurter Jahrhunderthalle eingeladen. Aus allen Teilen Deutschlands kamen die BDV-Mitglieder, um aus erster Hand über Branchenthemen oder politische Neuigkeiten aus Berlin und Brüssel informiert zu werden. Vorsitzender Friedrich Bohl betonte, dass der BDV auch künftig erster Ansprechpartner der Politik sein wolle und berichtete unter anderem von den großen Themen Mifid2 und Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD.

 

 

Friedrich Bohl wurde anschließend einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt und als seine Stellvertreter fungieren künftig Tanja Welle, Stephan Schindler, Dr. Markus Braun und neu Dr. Helge Lach. Das Vorstandsmitglied der DVAG folgt auf Prof. Dr. Edgar Weiler, der aufgrund seiner Verdienste in den Ehrenrat berufen wurde. Dr. Lach betonte in seinem kurzen Statement, dass „die Fragen der Regulierung“ einen herausragenden Stellenwert sowohl bei der DVAG als auch beim Verband besäßen. „Wir sehen Provisionen als die richtige Vergütungsart an, kämpfen dafür und halten unseren Vermögensberatern in Berlin und Brüssel den Rücken frei.“ 

Bohl Gruppenbild

 

Vier Premium-Sprecher zeichneten in diesem Jahr die Jahreshauptversammlung aus. Es war ein Stelldichein aus Wissenschaft und Wirtschaft, aus Politik und Bundesinstitutionen und es gab reichhaltig Informationen aus erster Hand zu Preisstabilität, Zinsentwicklung und Demografie.

Den Anfang machte Bundesbank-Direktoriumsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete referierte zu den Aufgaben der Bundesbank und über die aktuelle wirtschaftliche Lage in Europa und der Welt sowie zur Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die wirtschaftliche Lage bezeichnete er als gut, die Auslastung der Unternehmen steige, und der Aufschwung im Euroraum gewinne an Breite. Als „Schlüssel für ein langfristig höheres Zinsniveau in Europa“, bezeichnete Thiele die Strukturreformen in den EU-Krisenländern. „Hohe Schulden dürfen nicht durch niedrige Zinsen tragfähig gemacht werden.“

Thiele

 

Eine wichtige Ermunterung und Bestätigung gab der Finanzexperte den Gästen auch mit auf den Weg: „Sie leisten eine immens wichtige Arbeit. Private Altersvorsorge gewinnt in Zeiten sich rasant verändernder Gesellschaft immer weiter an Stellenwert.“

 

 

 

 

 

Der Mann mit der Fliege – Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Gerke unterhielt das Publikum nicht nur mit Fakten, sondern erläuterte und erklärte immer wieder mit anschaulichen Beispielen. Sein Thema : „Europa in der Krise – Konsequenzen für die Vermögensberatung“. Der Münchener Ökonom machte vor allem Mut: „Die Europäische Union gibt ihren mehr als 500 Millionen Bürgern die Chance, Vermögen aufzubauen und über Generationen weiterzugeben.“ Dies sei in der europäischen Historie nicht immer so gewesen, und viele Teile der Welt blickten neidisch auf diese wertvolle Konstante. Gerke blickte positiv in die Zukunft. Nach der Frankreich-Wahl habe er aufgeatmet. Mit einem Präsidenten Emmanuel Macron bleibe der „Euro jetzt haltbar“. Er sehe immer noch zu viel Pessimismus und zu wenig Aufbruch. Das müsse sich jetzt ändern.
 

 

gerke

 Der neue Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, MdB Dirk Wiese, bescheinigte den Vermögensberatern: „Sie leisten eine wertvolle Arbeit für die Bürger.“ Altersvorsorge solle in Deutschland auch in Zukunft auf den drei Säulen gesetzlich, betrieblich und privat basieren. Bei der Umsetzung der Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD versprach Wiese unbürokratische Regelungen, mahnte jedoch eine fundierte Weiterbildung an, für die der BDV allerdings schon immer steht. Der Riester-Rente bescheinigte Wiese eine gute Zukunft, sprach jedoch Reformoptionen an. Der SPD-Politiker aus Nordrhein-Westfalen verwies auf viele gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen in der Eurozone und setzte sich für freie Märkte und weltweiten Handel ein. Wirtschaftliches Wachstum müsse jedoch auch fair verteilt werden.

 

 wiese

 


„Gute Gründe des deutschen Erfolges – Stillstand würde Rückschritt bedeuten“ – als unser Vorsitzender Friedrich Bohl unter dieser Überschrift Gastredner Christian Wulff ankündigte, ließ sich ein rhetorisches Feuerwerk schon erahnen. Das ehemalige Staatsoberhaupt, inzwischen ein weltweit gefragter Redner, enttäuschte die Gäste nicht. Unter den vier Grundbegriffen Terror, Globalisierung, Digitalisierung und Flüchtlingsproblematik widmete sich Wulff den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen. Fast 28 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs mahnte der Christdemokrat eine „neue europäische Empathie“ an. „Wenn in der Demokratie zu viele schlafen, kann man leicht in der Diktatur wieder aufwachen“. Wir müssten für unsere freiheitliche Ordnung kämpfen und in Bildung, Infrastruktur und Forschung investieren. So könne man eine gute Rolle spielen, so könne die Zukunft gelingen. „Deutschland hat aus seiner Geschichte gelernt, und wir alle haben etwas zustande gebracht.“ Wir sollten kämpfen für unsere Errungenschaften und gegen diejenigen, die unsere Ordnung abschaffen wollten. Unter dem Stichwort Flüchtlingsproblematik mahnte Wulff aber auch die Arabische Welt an, sich den Herausforderungen zu stellen.

Wulff 2

Fachspezifisch sprach Wulff auch klare Kante. Das Thema Altersvorsorge besitze eine tolle Historie. Dem Expertenpublikum bescheinigte Wulff: „Sie helfen dabei, Altersarmut zu vermeiden.“

 
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