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8. Parlamentarischer Abend in Berlin

8. PA GruppeBDV Führung trifft Spitzenpolitiker
 

In den Terminkalendern Berliner Minister, Staatsekretäre und Abgeordneter hat er mittlerweile einen Stammplatz: der jährlich stattfindende Parlamentarische Abend des Bundesverbandes Deutscher Vermögensberater (BDV)!

Und so war es am 4. Februar 2015 wieder soweit: Die Führung des BDV lud ein zum 8. Parlamentarischen Abend in die ehrwürdigen Räume der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin. Mit zwei inhaltsreichen Impulsvorträgen des BDV Vorsitzenden Friedrich Bohl und des Chefs des Bundeskanzleramtes und Bundesministers für besondere Aufgaben Peter Altmaier bot sich vielfältiger Gesprächsstoff rund um die Themen, welche die rund 11.000 dem BDV angeschlossenen Vermögensberater bewegen: die Zukunft der Vermögensberatung, Finanzmarktregulierung, Altersvorsorge, Banken, Versicherungen und die demografische Entwicklung.

Die Gästeliste war lang. Der BDV Vorsitzende Bohl freute sich, dass er über 70 Teilnehmer bei dieser Top-Veranstaltung in Berlin begrüßen durfte. Unter Ihnen nicht nur Ehrengast Peter Altmaier, sondern auch der Parlamentarische Staatsekretär im Bundesministerium der Finanzen Dr. Michael Meister, Ministerialdirektor Dr. Christian Grugel, Bundesminister a.D. Walter Riester, der ehemalige Vizepräsident des Deutschen Bundestages Dr. Hermann Otto Solms, zahlreiche Bundestagsabgeordnete, Wirtschaftsexperten und führende Repräsentanten befreundeter Verbände und Institute.

Bohl erinnerte zu Beginn seiner Rede voller Anerkennung und Hochachtung an den am 12. Juni 2014 verstorbenen Verbandsgründer Prof. Dr. Reinfried Pohl. Er würdigte Pohl als herausragenden Unternehmen und Visionär, der den BDV von 1973 bis 2009 führte und dessen Schaffenskraft und Ideenreichtum unverändert als Triebfeder des Verbandes wirken.

Der BDV Vorsitzende stellte fest, dass 2014 für die BDV Mitglieder erneut ein arbeitsreiches und trotz widriger Rahmenbedingungen zugleich auch wieder erfolgreiches Jahr war: Rund 1,9 Millionen Verträge wurden vermittelt. Dabei ließ Bohl nicht unerwähnt, dass es 2014 bei fast 450.000 vermittelten Lebensversicherungsverträgen lediglich drei berechtigte Beanstandungen bei der BaFin, was für die Qualität der Beratung und Vermittlung bei den BDV Mitgliedern spricht!

Bohl kritisierte das Übermaß an Bürokratie, Regulierung und Deckelung im Finanzdienstleistungsbereich, das kontraproduktiv im Hinblick darauf sei, dass es angesichts des demografischen Wandelns und der anhaltenden Niedrigzinsphase doch gelte, die nachlassende Vorsorgebereitschaft in der Bevölkerung wieder zu stärken.

Hier sieht er auch beim Chef des Bundeskanzleramtes eine wichtige Schlüsselposition, um die notwendigen Maßnahmen zu koordinieren. Bohl erwartet von der Bundesregierung ein stärkeres Engagement und eine breitere Aufklärungsarbeit für die Notwendigkeit einer zusätzlichen privaten Altersvorsorge.

Im Hinblick darauf plädiert der BDV Vorsitzende dafür, weiteren Personengruppen, insbesondere Selbstständigen, den Zugang zur staatlich geförderten Altersvorsorge - etwa durch Einbeziehung in die Riester-Rente - zu ermöglichen. Hunderttausenden von Selbstständigen, für die die Basis- oder Rürup-Rente aufgrund ihrer Einkommenssituation keine Alternative darstellt, würde damit der Schritt in die staatlich geförderte Altersvorsorge eröffnet!

Bei der noch zu führenden Diskussion bezüglich der nationalen Umsetzung der wichtigen Richtlinien der Europäischen Union wie MiFID 2 und später dann der IMD 2 bzw. „IDD“ (Insurance Distribution Directive) setzt Bohl auf einen Kompromiss, der den Verbraucherschutz und die Handlungsfähigkeit der Unternehmen miteinander verbindet. Hier sieht er auch die Bundesregierung im EU-Ministerrat gefordert.

Sehr kritisch sieht Bohl den Versuch der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA, ein Provisionsverbot durch die Hintertür einzuführen, was der MiFID II widersprochen hätte und nicht hinnehmbar wäre. Hier wird die weitere Vorgehensweise sehr genau zu beobachten sein.

Der BDV Vorsitzende sprach auch die anstehende Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie an, deren Umsetzung neue Registrierungsauflagen und -kosten sowie eine weitere Sachkundeprüfung zur Folge haben dürfte. Er begrüßte in diesem Zusammenhang zwar grundsätzlich die Aufnahme einer „Alte-Hasen-Regelung“ für Vermittler, empfiehlt aber, diese auf drei Jahre festzulegen.

Generell würde die Politik den Umsetzungsaufwand bei den Unternehmen bei solchen Regulierungen deutlich unterschätzen!

Einen deutlichen Hinweis gab Bohl auch im Hinblick auf das Vorhaben der Bundesregierung eines weiteren Ausbaus der betrieblichen Altersvorsorge: Überlegungen der Bundesregierung zur Einführung einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge sieht er kritisch, denn viele Bürger würden dann fälschlicherweise glauben, dass gesetzliche Rente und betriebliche Altersvorsorge als obligatorische Instrumente völlig ausreichend wären, um Altersarmut zu vermeiden.

Eindringlich sprach Bohl die immer wieder aufkommende Diskussion um die Provisions- und Honorarberatung an. Er betonte, dass der BDV keine Vorbehalte gegen eine Honorarberatung habe, solange sie nicht staatlich privilegiert wird. Der Markt solle entscheiden. Der BDV Vorsitzende sagte hierzu auch: „Ich bin sicher, dass die Honorarberatung auch in Zukunft nur für ein begrenztes Publikum von Interesse sein wird. Die Beispiele in Großbritannien zeigen dies deutlich. Wir sind jedenfalls für diesen Wettbewerb gut aufgestellt“.

Bohl warnte mit deutlichen Worten dafür, bei den anhaltenden Regulierungsanstrengungen der Politik nicht über das Ziel hinauszuschießen. Es sollte daher darauf geachtet werden, dass Vermögensberater bei ihrer gesellschaftspolitisch zweifellos so wichtigen Aufgabe, breite Kreise der Bevölkerung für die private Altersvorsorge zu gewinnen, nicht immer stärker behindert oder die Kunden durch unsinnige Informationspflichten verunsichert oder überfordert werden.

Vor diesem Hintergrund sieht er auch die Tendenz des deutschen Gesetzgebers, die Finanzdienstleistungsprovisionen zu deckeln – wie er dies leider im Lebensversicherungsreformgesetz indirekt getan hat – mehr als fraglich, und dies in Zeiten des Mindestlohnes! Bohl: „In der Konsequenz muss auch der Stundenlohn bei den Honorarberatern demnächst gedeckelt werden! Das führt doch alles in die Irre!“

Was die Bedeutung und Zukunft der Vermögensberatung angeht, zeigte sich Bohl optimistisch und verspricht, konstruktiv mit der Politik im Dialog zu bleiben und zusammen mit dem BDV immer wieder über die großen Themen Sparen und Altersvorsorge aufzuklären.

Mit dieser Botschaft übergab er das Mikrofon an den Ehrengast des Abends, Peter Altmaier. Der Chef des Bundeskanzleramtes, würdigte zu Beginn die „hervorragende Arbeit“ von Friedrich Bohl als einer seiner Vorgänger im Bundeskanzleramt. Mit politischem Sachverstand, aber auch ironisch-amüsanten Untertönen widmete sich der Saarländer Altmaier den aktuellen Themen der Politik – Eurokrise, Energiewende und Ukrainekonflikt. Zupackend wolle man die Agenda angehen: „Wir werden auch den Euro, einst von Bundeskanzler Helmut Kohl eingeführt, mit allen beteiligten Mitgliedsstaaten zum Erfolg führen.“

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Beim Thema Gesetzgebung versprach Jurist Altmaier Mäßigung: „Ich unterscheide zwischen Regulierungsmethoden und Regulierungszielen. Die Ziele will ich erreichen, ohne die Bürokratie zu erhöhen.“ Eine seriöse Vermögens- und Anlageberatung, wie vom BDV und seinen Mitgliedern seit Jahrzehnten angeboten, bleibe unverzichtbarer Bestandteil einer älter werdenden Gesellschaft.

Der intensive und lang andauernde Gedankenaustausch zwischen den Gäste nach den beiden Impulsvorträgen stellte einmal mehr klar, dass der Parlamentarische Abend des BDV immer wieder ein ideales Forum dafür ist, Positionen und Interessen der BDV Mitglieder eindrucksvoll gegenüber den Großen aus der Politik darzustellen und zu vertreten.


 

 
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