Sektionen

Auch in Rechtsfragen für später vorsorgen

Jeder wünscht sich natürlich, ein hohes Alter in geistiger Frische zu erreichen, die letzten Lebensjahre in der gewohnten Umgebung zu verbringen und ohne Leiden in Würde sterben zu können. Der Regelfall in Deutschland ist das leider nicht.

Je höher das Alter, desto höher ist das Risiko, aufgrund einer alterstypischen Krankheit z. B. in Demenz zu verfallen, pflegebedürftig zu werden und nicht mehr für die eigenen Angelegenheiten sorgen zu können. Die Zahl alter Menschen, die pflegebedürftig im Heim leben oder zu Hause von Angehörigen bzw. mobilen Pflegediensten versorgt werden, nimmt zu – häufig ohne dass die finanzielle Grundlage ausreichend gesichert ist.

Auch junge Menschen können, z. B. durch Unfall oder schwere Krankheit, zeitweise bewusstlos werden, dauerhaft ins Koma fallen oder langfristig pflegebedürftig werden. Jederzeit kann so für sehr viele eine Lage entstehen, in der sie für länger oder sogar für immer die eigenen Angelegenheiten nicht mehr selbst erledigen und Entscheidungen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt treffen können. Private Vorsorge auch in diesem Bereich ist zu einem Thema vieler Menschen geworden. Diesem Bedürfnis trägt der BDV Rechnung. 

BDV News Mai 2014 Patientenverf_ArtikelDie Patientenverfügung
 

Die Patientenverfügung ist ein Instrument, mit dem sich ein Mensch für oder gegen lebenserhaltende oder lebensverlängernde medizinische Maßnahmen entscheidet – bei einer schweren und aussichtslosen Erkrankung, insbesondere in der letzten Lebensphase. Sie soll dann ihre Wirkung entfalten, wenn man nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu äußern. Mit ihr kann man sicherstellen, dass das eigene Selbstbestimmungsrecht auch in einer solchen Situation gewahrt bleibt. Sie kann zu jeder Zeit widerrufen werden.

Mit der Patientenverfügung – wie sie beispielsweise von BDV-Mitgliedern im Vorsorgebuch zur Verfügung gestellt wird – kann man Entscheidungen für die ärztliche Behandlung treffen, sei es in der Klinik, in einem Alters- oder Pflegeheim oder zu Hause. Hiernach kann man sich dafür entscheiden, dass Heilmaßnahmen unterbleiben, wenn zwei Ärzte feststellen, dass eine Heilung nicht mehr möglich ist. Die Behandlung soll sich dann in diesen Fällen auf Palliativmaßnahmen (Wegnahme von Schmerzen und Angst) konzentrieren.

Eine rechtswirksame Patientenverfügung muss von den behandelnden Ärzten beachtet werden. Deshalb ist es wichtig, diese Vollmacht im volljährigen Alter schriftlich niederzulegen. Besondere Formen außer der Schriftlichkeit sind nicht vorgeschrieben. Dabei reicht es aus, wenn die Vollmacht ausgefüllt und mit einer eigenhändigen Unterschrift versehen wird. Es gibt keine Pflicht zur notariellen Beurkundung, Beglaubigung oder regelmäßiger Aktualisierung.

Wenn keine Patientenverfügung vorhanden ist, besteht der medizinische Behandlungsauftrag im Grundsatz fort. Das heißt, es werden technische Geräte zur Aufrechterhaltung des Kreislaufs, der Atmung und Magensonden zur Sicherstellung der Ernährung gesetzt, etc. Immer wieder werden Patienten so entgegen ihrem eigentlichen Willen Behandlungen unterzogen. Denn im Zweifel ist der Arzt ohne eine Patientenverfügung gesetzlich verpflichtet, sich für eine lebenserhaltende und lebensverlängernde Maßnahme zu entscheiden.

Deshalb: Sofern ein Patient in bestimmten Fällen keine Heilbehandlungsmaßnahme, sondern nur noch eine schmerzlindernde Behandlung wünscht, sollte er dies in einer Patientenverfügung festlegen. Hierbei sollte auch ein Gesundheitsbevollmächtigter benannt werden, der den behandelnden Ärztinnen und Ärzten als Ansprechpartner bei der Kontrolle und Umsetzung der Patientenverfügung zur Verfügung steht. Man verhindert damit, dass vom Betreuungsgericht zur Umsetzung der Patientenverfügung ein Betreuer bestellt werden muss. Das spart im Krisenfall wertvolle Zeit und Geld, denn ein Betreuer bekommt für seine Tätigkeit ein Honorar.


Der Bundesverband Deutscher Vermögensberater rät daher:

 

Medizinische Maßnahmen selbst bestimmen – rechtzeitig vorsorgen:

> Patientenverfügung erstellen
> Sich selbst für oder gegen lebenserhaltende bzw. lebensverlängernde Maßnahmen entscheiden
> Festlegen, in welchen Fällen nur noch eine schmerzlindernde Behandlung gewünscht wird
> Gesundheitsbevollmächtigten ernennen

Rechtzeitig dran denken: rechtswirksam vorsorgen.

 


 

 
MITGLIEDER-LOGIN
NAME
PASSWORT
 
JETZT MITGLIED WERDEN

Werden Sie jetzt Mitglied und profitieren Sie von den vielfältigen Angeboten und Leistungen des BDV.

Zur Anmeldung

AUSBILDUNG VON ZEITSOLDATEN

SoldatWerden Sie Ihr eigener Dienstherr

Mehr Informationen hier

ERSTINFO-PAKET

Sie möchten sich in Ruhe über den BDV informieren? Fordern Sie unser Info-Paket zum BDV an. Natürlich kostenlos...

Jetzt Bestellen

KONTAKT

Sie interessieren sich für den Beruf des Vermögensberaters? Sie haben Fragen oder suchen Informationen oder einen direkten Ansprechpartner?

Kontakt