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Kostenbremse für Finanzvermittler gefordert

 

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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat nach Einschätzung des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater e.V. (BDV) die im Rahmen der neuen Regulierung der Finanzanlagen-Vermittlung zu erwartenden Kosten viel zu niedrig eingeschätzt. Der BDV verlangt in seiner Stellungnahme zur Finanzanlagen-Vermittlungsverordnung (FinVermV) eine deutlich Kostenbegrenzung sowohl bei der Erlaubnis und Registrierung als auch bei der Berufshaftpflicht-Versicherung. Zudem hält es der BDV für zwingend notwendig, deutlich großzügigere Übergangsfristen zu schaffen, falls fälschlicherweise auf eine Alte-Hasen-Regelung verzichtet werden sollte.


Der BDV hält die vom Gesetzgeber genannte Zahl von 80.000 freien Finanzanlagenvermittlern für viel zu niedrig angesetzt. Allein im BDV, dem nach eigenen Angaben „ältesten und mitgliederstärksten Berufsverband“, würden über 11.000 Vermögensberater von der neuen Gesetzeslage erfasst.

Rechne man die Vertriebsnetze weiterer Versicherungen, Bausparkassen und freier Vertriebe hinzu, dürfte sich die Anzahl der durch die Verordnung betroffenen Personen auf weit über 100.000 summieren. So seien allein rund 260.000 Versicherungsvermittler registriert, von denen ein Großteil zusätzlich auch noch Investmentfonds vermittle.

Hieraus folge, dass ohne eine Alte-Hasen-Regelung mit einer so hohen Anzahl von zu prüfenden Vermittlern zu rechnen sei, dass dies von den Industrie- und Handelskammern (IHK) in den vorgesehenen Übergangsfristen faktisch gar nicht zu bewältigen sei, schreibt der BDV.


Verkürzte Sachkundeprüfung für registrierte Versicherungsvermittler

Der BDV begrüßt ausdrücklich, dass es ein abgestuftes Prüfungssystem geben soll. Dadurch könnten sich gewerbliche Finanzanlagenvermittler bei der Sachkundeprüfung auf den Teilbereich Vertrieb von offenen Investmentfonds beschränken.

Die im Verordnungsentwurf vorgesehene Ausnahmeregelung, nach der der praktische Teil der Sachkundeprüfung bei Vorlage einer Erlaubnis nach § 34d Absatz 1 GewO oder § 34e Absatz 1 GewO nicht zu absolvieren ist, sollte nach Ansicht des BDV auf alle im Vermittlerregister erfassten Versicherungsvermittler ausgedehnt werden. Diese hätten die Fähigkeit zur Führung eines Kundenberatungs-Gesprächs bereits nachgewiesen.

Der BDV spricht sich wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. für eine eingeschränkte Alte-Hasen-Regelung aus. „Für diejenigen Finanzanlagenvermittler, die seit Jahren beziehungsweise Jahrzehnten im Bereich des Vertriebs von offenen Investmentfonds tätig sind, halten wir eine Sachkundeprüfung für nicht erforderlich“, heißt es in der Stellungnahme.

Den Industrie- und Handelskammern sollte die Möglichkeit eingeräumt werden, private Prüfungseinrichtungen zu zertifizieren. Private Prüfungseinrichtungen, die seit Jahren nachweislich erfolgreich Sachkundeprüfungen vorgenommen hätten, sollten anerkannt werden.


Haftungsübernahme für gebundene Versicherungsvermittler

Für gebundene Versicherungsvermittler (§ 34d Abs4 GewO), die zudem ausschließlich offene Investmentfonds vermitteln, sollten deren Versicherungs-Unternehmen für diese auch die Registrierung ins Vermittlerregister sowie eine Haftungsübernahme auch in Bezug auf die Investmentfonds-Vermittlung vornehmen können.

In der Verordnung sollte nach Ansicht des BDV zudem klargestellt werden, dass auch ein Gruppenversicherungs-Vertrag durch eine Organisation, der sich der Antragsteller angeschlossen hat, als Berufshaftpflicht anerkannt wird.

Sämtlichen Erlaubnisbehörden sollte ein einheitlicher und eng begrenzter Gebührenrahmen vorgegeben werden. Die von Gewerbeämtern erhobenen Gebühren für eine Erlaubnis nach § 34c GewO von bis zu 3.000 Euro seien überhöht.

Als Benchmark sollte der für Versicherungsvermittler geltende Rahmen für die Erlaubniserteilung von 240 bis 300 Euro dienen. Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e.V. (DIHK) hatte die zu erwartenden Kosten als überhöht kritisiert und zudem dem BMWi Rechenfehler vorgeworfen.


Quelle: VersicherungsJournal, Vertrieb & Marketing vom 10.08.2011
Autor: Manfred Brüss 

 
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