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BDV-Vorsitzender Friedrich Bohl im Gespräch

Chancen und Herausforderungen für den BDV und seine Mitglieder

 

F. Bohl im Gespräch BDV: Herr Bohl, Sie sind Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Vermögensberater e.V. Warum ist der BDV als Verband wichtig, welche Hilfestellung leistet er dem Vermögensberater?

Bohl: Unsere Hauptaufgabe und Herausforderung ist es, die Bedeutung des Berufs des Vermögensberaters in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion zu verankern. Politische Regulierung mit ihren vielen Facetten ist ein weiteres permanentes, heißes Thema. Da bringen wir uns gerne ein, um mit unserer Expertise die Politik auf nationaler und europäischer Ebene zu beraten und auf unsere Interessen aufmerksam zu machen.

Wir wollen keine Überregulierung des Finanzdienstleistungsbereiches, die letztlich nur Zeit und Geld kostet, aber weder den Kunden noch unseren Mitgliedern etwas bringt. Es gilt immer wieder die Balance zu halten. Mit dieser Leitlinie sind wir bislang auch ganz erfolgreich gewesen - in Berlin und Brüssel.

Der BDV sieht sich aber auch als Dienstleister seiner Mitglieder - wenn der einzelne Vermögensberater sich und seinen Beruf präsentieren will. Das Spektrum reicht von der Unterstützung bei der Gewinnung des Berufsnachwuchses bis hin zur Planung und Durchführung von Messen, Empfängen, Jubiläen und Pressekonferenzen. Wir stehen dabei mit unserer über Jahrzehnte gewonnenen Erfahrung, mit Rat, Informationsmaterial und Kontakten unseren Mitgliedern gerne zur Seite.

 

BDV: Was zeichnet einen kompetenten Vermögensberater aus?

Bohl: Das kann man am besten mit drei Kompetenzen beschreiben. Ganz oben auf der Liste steht, dass der Vermögensberater sein Handwerk verstehen muss. Für uns steht der Kunde als Mensch im Vordergrund, dem wir nicht ein Produkt verkaufen wollen, sondern mit ihm gemeinsam eine maßgeschneiderte persönliche Finanzplanung erarbeiten und umsetzen wollen.

Zweitens benötigt der Berater eine hohe soziale Kompetenz. Im Beratungsgespräch muss er in der Lage sein, auch zu aktuellen Themen Stellung zu beziehen. Er muss erkennen, wo bestimmte Ereignisse im persönlichen oder beruflichen Bereich das Leben des Kunden beeinflussen und daraus muss er seine Schlüsse ziehen und in die Beratung einfließen lassen.

Nicht zu unterschätzen ist die Aufgabe, die Sparmotivation des Kunden durch Aufklärung zu wecken und zu steigern. Heutzutage sind viele Kunden über die verschiedenen Medien gut informiert, verdrängen aber häufig die Konsequenzen auf die eigene Person. Dann muss der Berater in der Lage sein, kompetent aufzuklären und begreifbar zu machen, welche Auswirkungen zum Beispiel der Verlust von „Sparzeit“ auf das „Sparziel„ haben kann.

 

BDV: Warum ist der Beruf des Vermögensberaters nach wie vor attraktiv, auch und gerade für Seiteneinsteiger?

Bohl: Es gibt wenige Berufe, die so viele Vorteile vereinen. Viele unserer Berater starten zunächst eine nebenberufliche Karriere und bauen sich so schon ihren eigenen Kundenstamm auf. Dieser bildet dann oft die Basis für den hauptberuflichen Einstieg als Vermögensberater in einem dann gleitenden, finanziell abgesicherten Übergang.

Hinzu kommt, dass ein Vermögensberater niemals arbeitslos werden kann. Schon alleine der demografische Wandel zwingt den Gesetzgeber zu ständigen Eingriffen in das soziale Netz. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes müssen erklärt und dann in eine solide Finanzplanung eingearbeitet werden.

Vermögensberatung ist Zukunftsplanung und erfordert verlässliche Partner. Unsere Mitglieder begleiten ihre Kunden oft über Jahrzehnte. So sind sie in der Lage, einmal getroffene Entscheidungen zu Vermögensaufbau und –absicherung immer wieder zu überprüfen und evtl. veränderten Lebenssituationen anzupassen.

Ein weiterer - entscheidender - Vorteil unseres Berufsstandes ist, dass ein Vermögensberater nicht gezwungen ist, ab einem bestimmten Alter in Rente zu gehen. Niemand, außer ihm selbst, bestimmt, wann er sich zur Ruhe setzt.

 

BDV: Sie kennen die Arbeit vor Ort gut und besuchen Vermögensberater regelmäßig. Was nehmen Sie an Eindrücken mit?

Bohl: Es ist immer wieder beeindruckend, wie engagiert unsere Berater sind. Als Selbstständige zeigen sie jeden Tag eine hohe Motivation und tolle Leistung. Ich denke da häufig an Leistungssportler. Beide Gruppen wissen, dass nur derjenige gewinnen kann, der die nötige Disziplin mitbringt und den Willen hat, ein gesetztes Ziel zu erreichen. Besonders freut mich immer, wenn ich sehe, wie sich unsere Mitglieder gegenseitig unterstützen. Sie sind Teil einer großartigen beruflichen Familiengemeinschaft, die unser Verbandsgründer, Dr. Reinfried Pohl immer angestrebt und selbst vorbildlich gelebt hat.

 

BDV: Wo profitieren Sie bzw. der Verband auch heute noch von den Ideen, Vorstellungen und Prägungen des Verbandsgründers Dr. Reinfried Pohl?

Bohl: Trotz einer sich immer schneller drehenden Welt haben Dr. Pohls Ideen und Visionen nichts von ihrer Bedeutung für unseren Verband und den Beruf des Vermögensberaters verloren. Leistung wird belohnt, Zusammenhalt geboten.

Sicherlich müssen wir uns auch den geänderten Rahmenbedingungen der Gegenwart anpassen. Doch das ist für uns zum Glück kein Neuland. Schon von Beginn an hat Dr. Pohl nach vorne geblickt, um veränderte Rahmenbedingungen im Markt zu erkennen und schnell und flexibel darauf reagieren zu können.

 

BDV: Welche politischen Vorgaben aus Brüssel und Berlin beeinflussen aktuell die Arbeit des Verbandes besonders und wie reagiert er darauf?

Bohl: Alles was den Finanzsektor betrifft, interessiert uns sehr als Verband. Ob es die Richtlinie für die Märkte der Finanzinstrumente Mifid 2, die Vertriebsrichtlinie IDD oder die Wohnimmobilienkreditrichtlinie ist - alle Gesetzesinitiativen schauen wir uns genau an und bewerten sie nach zwei Gesichtspunkten:

Erstens, welchen Einfluss haben sie auf die bereits getroffenen Anlageentscheidungen unserer Kunden und Zweitens, was bedeuten sie für uns als Verband, unsere Mitglieder und damit den Vertrieb?

Wir befinden uns im ständigen Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel, um Lösungen zu erzielen, die volkswirtschaftlich Sinn machen und für den Einzelnen Nutzen bringen. Aktuell kann ich Ihnen als Beispiel nennen, dass wir zum Beispiel bei der Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Deutschland zäh für eine vernünftige Alte-Hasen-Regelung kämpfen.

 

BDV: Herr Bohl, Europa steckt in der Krise. Welche Zukunft sehen Sie für den Kontinent?

Bohl: Die Wertegemeinschaft Europa steht vor der größten Herausforderung ihrer mehr als 60jährigen Geschichte. Und diese Geschichte war bislang sehr erfolgreich. Sie kann die Krise nur gemeinschaftlich und mit dem Blick nach vorne lösen. Zum ersten Mal wird deutlich, dass wir von Europa nicht nur profitieren, sondern ihm auch Opfer bringen müssen.

Der aktuelle Zustrom nach Deutschland zeigt, dass unser Land ein attraktiver und begehrter Standort ist. Dies stellt unsere Gemeinschaft vor neue Herausforderungen, die wir zügig angehen müssen. Aber auch wir haben Kapazitätsgrenzen. Ob immer höhere Zäune die Lösung sind, da habe ich meine Zweifel.

Helfen wird letztlich nur, die Ursachen der Migration vor Ort in den Herkunftsländern anzugehen und zu minimieren. Dies wird nicht einfach sein und viele große und auch kleine Schritte benötigen. Mit der Berufung von Kanzleramtschef Peter Altmaier als Krisenkoordinator hat unsere Bundesregierung einen großen Schritt in die richtige Richtung unternommen.

 
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