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BDV-Vorsitzender Friedrich Bohl im Gespräch mit dem VersicherungsJournal

Den gebundenen Versicherungsvermittlern, die auch offene Investmentfonds vertreiben, sollte im neuen Finanzvermittlerrecht eine leichtere Registrierung ermöglicht werden. Wir möchten Ihnen an dieser Stelle den Original-Wortlaut des Artikels im VersicherungsJournal vom 15. März 2011 zur Verfügung stellen:

 

BDV fordert moderate Regelungen für Vermittler offener Fonds

Der Bundesverband Deutscher Vermögensberater e.V. hat sich für eine ganze Reihe von Änderungen am geplanten Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagenrechts ausgesprochen. Im Gespräch mit dem VersicherungsJournal erläuterte der BDV-Vorsitzende Friedrich Bohl die zentralen praxisnahen Anliegen.

Der BDV vertritt laut Bohl über 11.000 Vermögensberater, deren Beratungs- und Vermittlungsleistungen sich satzgemäß nur auf bundesaufsichtsamtlich geprüfte Produkte des Finanzdienstleistungs-Marktes beschränken. Hierzu zählten Altersvorsorgeprodukte, Versicherungsverträge jeglicher Art und Investmentfondsprodukte.

Bohl unterstrich, dass keine geschlossenen Investmentfonds oder Produkte des Grauen Marktes vertrieben würden. Diesen Umstand müsse der Gesetzgeber auch bei der anstehenden Novellierung des Finanzanlagenvermittler-Rechts berücksichtigen.

„Wir sehen hier für die Vermittlung von geschlossenen Fonds das Regime des Kreditwesengesetzes als geeigneter an als die Gewerbeordnung.“

Versicherer könnten Registrierung und Haftungsübernahme besorgen

Nach Einschätzung von Bohl, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender beim größten deutschen Allfinanzvertrieb Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) ist, hat sich die Übertragung der Verantwortung für Ausbildung, Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse bei gebundenen Versicherungsvermittlern auf den Versicherer bewährt.

Von daher schlägt der BDV vor, dass die Versicherungsfirmen „für ihre gebundenen Versicherungsvermittler, die als Finanzinstrument ausschließlich Investmentfonds vermitteln, auch eine Registrierung sowie eine Haftungsübernahme-Erklärung auch in Bezug auf die Investmentfonds-Vermittlung und -Beratung vornehmen können“, sagte der ehemalige Kanzleramtsminister.

Die Versicherer hätten bereits die notwendige Erfahrung im Umgang mit dem Registrierungsverfahren gewonnen, sagte Bohl. Auch die Haftungsübernahme habe sich bewährt und sei zudem weitgehender als eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung.

Es sollte aber auch möglich sein, dass ein Gruppenversicherungs-Vertrag durch eine Organisation, der sich der Antragsteller angeschlossen habe, als Berufshaftpflicht anerkannt werde und insbesondere auch „ein zentraler Nachweis durch eine Vertriebsorganisation“ erbracht werden könne, ergänzte Bohl.

IHK sollte nicht ausschließlich die Sachkunde überprüfen

Der BDV sieht die Abnahme der Sachkundeprüfung ausschließlich durch eine Industrie- und Handelskammer (IHK) als zu eng gefasst an. Auch andere etablierte Prüfungseinrichtungen oder Berufsbildungswerke sollten zugelassen werden, sagte Bohl.

Dabei verwies er auf das Prüfsystem des Deutschen Berufsbildungswerkes Vermögensberatung e.V. (DBBV) und das Ausbildungssystem der Deutschen Akademie für Vermögensberatung e.V. (DAV).

Daneben sprach sich Bohl für ein abgestuftes Prüfungssystem aus. „Der Gesetzgeber verlangt vom Allgemeinmediziner nicht zusätzlich die Qualifikation als Herzspezialist“, sagte Bohl, der für eine Sachkundeprüfung – den Produktklassen entsprechend – in unterschiedlichen Fachmodulen plädierte.

„Alte-Hasen-Regelung“ dringend geboten

Der BDV plädiert wie andere Verbände auch für eine „Alte-Hasen-Regelung“. „Schon aus verfassungsrechtlichen Gründen halten wir es für erforderlich, dass sich die jetzt in der Anlageberatung tätigen Personen auf ihre bestehende Zulassung nach § 34c GewO verlassen dürfen“, sagte Bohl.

Hier mahnte er eine Gleichbehandlung an, da im Anlegerschutzgesetz für die Anlageberater der Kreditinstitute eine Bestandsschutzregelung eingeführt worden sei. Abschließend bemängelte auch Bohl die mit dem Gesetzentwurf für Finanzvermittler verbundenen hohen Kosten und die viel zu eng gesetzten Fristen.

Quelle: VersicherungsJournal.de vom 15. März 2011
Autor: Manfred Brüss

 
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