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Insurance Distribution Directive (IDD)

IDD

Überarbeitung der Versicherungsvermittlerrichtlinie (IDD)


Werner Langen gehört zu den erfahrensten Mitgliedern des Europäischen Parlaments. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet der Volkswirt in Brüssel und Straßburg. Der 66jährige Christdemokrat von der Mosel kennt die einflussreichen Kollegen aus 27 weiteren Mitgliedsstaaten und nutzt sein Netzwerk und die Kniffe im parlamentarischen Miteinander sehr geschickt.

Vor kurzem hat der deutsche CDU-Parlamentarier sein Meisterstück abgeliefert: Nach mehr als dreijährigen Verhandlungen mit der EU-Kommission, dem Rat (also der Institution der Mitgliedsstaaten) und letztlich auch allen anderen 750 Kollegen im Abgeordnetenhaus legte Langen als zuständiger Berichterstatter einen Text für neue Vertriebsregeln in der Versicherungsbranche auf den Tisch. Er selber sagt: „Wir bekommen im künftigen Versicherungsvertrieb mehr Transparenz und Qualität, aber auch größere Klarheit für die Verkäufer.“ Die Europäer sprechen im englischen Sprachgebrauch von der Insurance Distribution Directive, kurz IDD. Der Geltungsbereich liegt auf jeder Art des Vertriebs von Versicherungsprodukten.

Branchenkenner halten den Kompromiss für akzeptabel. Aus dem Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heißt es: „Die IDD schafft eine stabile und europaweit einheitliche Basis für einen fairen Versicherungsvertrieb. Die europäische Versicherungswirtschaft bekommt ein modernes und zukunftsfähiges Regelwerk.“

Die wichtigste Nachricht: Aus Europa droht kein Provisionsverbot. Die einzelnen Mitgliedsländer haben zwar die freie Entscheidung, dies einzuführen, Brüssel schreibt es jedoch nicht vor. Die Parlamentarier haben mittlerweile aus den Erfahrungen in den Ländern gelernt, die durch die Einführung eines Provisionsverbotes ihren Vorsorgemarkt zerstört und die Beratung breiter Bevölkerungsschichten verhindert haben.

Führende deutsche Politiker und Experten gehen daher davon aus, dass sich an der deutschen Praxis nichts ändert und die Rahmenbedingungen bleiben. Nicht durchgesetzt haben sich damit extreme Forderungen aus dem Verbraucherschutzbereich und die Europaparlamentarier der Grünen.

Für dieses Ziel und damit eine Politik mit Augenmaß hat sich der Bundesverband Deutscher Vermögensberater (BDV) seit Jahren in Berlin und Brüssel eingesetzt. Der Einsatz hat sich gelohnt, Experten sehen nun auf Jahre hinaus eine tragfähige Lösung. Diese beinhaltet zwar, dass bei anlagebasierten Versicherungsprodukten die Gesamtkosten der Vergütungen angegeben werden müssen.

Wichtig: Von einer Pflicht zur unverlangten Offenlegung aller Vergütungsbestandteile haben Kommissionsrat und Parlament aber bewusst Abstand genommen. Für alle nicht anlagebasierten Versicherungen bleibt es dabei, dass die Höhe der Provisionen nicht offengelegt werden muss.


Folgende drei Neuerungen gelten als markant:


- Produktinformationsblätter sollen kurz und knapp über Art und Umfang der Versicherungsleistung, Vertragskonditionen und Laufzeit informieren.
- Fortbildungsverpflichtung von mindestens 15 Stunden pro Jahr und qualifiziertem Training. Gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen im europäischen Binnenmarkt. Dies gilt auch als ein Tribut der Politiker an die Zukunft der europäischen Versicherung im Digitalen Binnenmarkt.
- Der nebenberufliche Vertrieb von Versicherungen, zum Beispiel die Vermittlung von Reiserücktrittsversicherungen im Reisebüro, ist vom Anwendungsbereich der Richtlinie bis zu einer Prämie von hochgerecht 600 Euro auf ein Jahr ausgenommen.


Ende vergangenen Jahres hat das EU-Parlament den Text endgültig abgestimmt. Wenn die 28 EU-Mitgliedsstaaten zugestimmt haben, wird der Text in Kürze im EU-Gesetzesblatt veröffentlicht. Danach haben die Länder zwei Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Man muss nun zwei Dinge im Blick haben:

Erstens, dass die deutsche Politik diese Richtlinie eins zu eins umsetzt und nicht noch draufsatteln wird.

Zweitens, wie die europäischen Aufsichtsbehörden einzelne politische Vorgaben auslegen. Politische Positionen dürfen nicht von der Bürokratie konterkariert werden, so sagen immer wieder einflussreiche Politiker im EU-Parlament.

Der BDV wird beide Entwicklungen im Blick haben und eine starke Interessensvertretung bleiben.

 

 
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