Sektionen

Jahreshauptversammlung 2007

BDV-Mitgliederversammlung am 31. Mai 2007 in Wiesbaden

Der BDV ist die einzige Interessensvertretung im Allfinanzbereich

Prof. Dr. Reinfried Pohl begrüßt Peter Hahne und Walter Riester

2007-JHVS-1

Wiesbaden. Eine durchweg positive Bilanz konnte der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Deutscher Vermögensberater (BDV), Prof. Dr. Reinfried Pohl, am 31. Mai 2007 auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in der hessischen Landeshauptstadt ziehen. Nachdem er mit stehenden Ovationen von den rund 2.500 anwesenden Vermögensberatern begrüßt worden war, trug er in klaren und einprägsamen Worten die Leistungsbilanz des BDV vor.

2007-JHVS-2Mit eigenen Veranstaltungen wie dem zum zweiten Mal in Berlin durchgeführten Parlamentarischen Abend und den BDV-Zukunftsforen habe man die bereits bestehenden Kontakte zu den politischen Entscheidungsträgern vertiefen können. Das Ergebnis dieser Bemühungen werde deutlich in den aktuellen politischen Entscheidungen wie z.B. dem Gesetz zur Neuregelung des Versicherungsvermittlerrechts, mit der die EU-Versicherungsvermittlerrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt wurde und das am 22. Mai 2007 in Kraft getreten ist. Zahlreiche Anregungen und Änderungen habe der BDV hier einbringen können.

Immer mehr Vermögensberater würden daher im BDV eine starke Gemeinschaft zur Durchsetzung der beruflichen Interessen ihres Berufstandes erkennen, so Prof. Dr. Pohl in seiner Rede. In den weiter steigenden Mitgliederzahlen könne man das ablesen. Inzwischen zählt der BDV fast 10.000 Mitglieder von denen rund 3.000 dem Verband im vergangenen Jahr neu beigetreten sind.

Die Folge dieser Entwicklung skizziert Prof. Dr. Pohl wie folgt: "Es gab einmal sechs in Konkurrenz zueinander stehende Berufsverbände. Inzwischen sind wir der einzige Berufsverband im Allfinanzbereich. Wir werden bei Gesetzesvorhaben gehört. Die Berufsbezeichnung "Vermögensberater" hat sich durchgesetzt!" Diese Entwicklung sei letztlich auch dem Einsatz der Vermögensberater selbst zu verdanken und so schloss Prof. Dr. Pohl seine Rede mit den Worten: "Ich bin stolz auf sie!"

2007-JHVS-3Im Namen aller Anwesenden dankte Vorstandsmitglied Friedrich Bohl dem Vorstandsvorsitzenden für seine Worte und verwies im Gegenzug auf die unglaublichen Leistungen und das Engagement Prof. Dr. Pohls, das zu zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen gerade in der letzten Zeit geführt habe.

Die Ernennung zum Ehrenbürger der Universitätsstadt Marburg, die Auszeichnung mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern sowie die Ernennung zum Professor durch die Hessische Landesregierung wurden auf der Veranstaltung in einem eigens produzierten Film zusammengefasst und unter dem Beifall der Anwesenden gezeigt. 

Peter Hahne spricht über Werte in unserer Gesellschaft

Als besonderen Gast konnten die Mitglieder des BDV dann den bekannten Journalisten und stellvertretenden Leiter des ZDF-Hauptstadtbüros Peter Hahne begrüßen, der seine Rede unter die Überschrift "Was wirklich wichtig ist" - so auch der Titel seines neuen Buches - stellte. Von Beginn an gelang es ihm, die Zuhörer zu begeistern. Hahne dankte für die Einladung und zollte vor allem Prof. Dr. Pohl, den er als "den großen Bellheim des BDV"bezeichnete, Respekt für die Aufbauarbeit in den letzten Jahrzehnten und seinen bis heute fortwährenden Einsatz. Von seinem Engagement und seiner Erfahrung profitiere der BDV, so Hahne. Was unsere Gesellschaft denn zusammenhalte, diese Frage stellte der Journalist dann in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Eine tiefe Sinnkrise unserer Gesellschaft sei spätestens mit den Terroranschlägen des 11. September 2001 offensichtlich geworden. Der von dem unnachahmlichen Humoristen Karl Valentin geprägte Satz: "Entschuldigen sie, können sie mir sagen, wo ich eigentlich hin will?" stehe stellvertretend für die tiefe Sehnsucht der Menschen nach Werten und Orientierung.

2007-JHVS-4Er plädiere daher dafür, Toleranz nicht mit Beliebigkeit zu verwechseln, so wie dies in gesellschaftspolitischen Diskussionen in den letzten Jahren allzu oft der Fall gewesen war. Gefragt sei vielmehr ein klares Bekenntnis, eine Richtung. Für ihn selbst stehe dabei die Freiheit und Eigenverantwortung des Menschen im Mittelpunkt. Auch ein Bekenntnis zur Nation, wie es die fröhlich schwarz-rot-goldene Fahnen schwingende Menschen im letzten Sommer bei der WM an den Tag gelegt hätten, halte er für richtig und wichtig erklärte Hahne unter dem Beifall der Vermögensberater.

In einem weiteren Punkt sprach Hahne den Vermögensberatern aus der Seele: Es gelte, sich wieder auf die Erfolgsgeschichte der sozialen Marktwirtschaft zu besinnen, forderte er. Vor allem Ludwig Erhards Mahnung "Maß halten!" sei eine wichtige Maxime. Denn ohne Maß gebe es auch keine Maßstäbe für das Leben, für den Beruf, für die Gesellschaft. Aus Sicht Peter Hahnes seien hier auch die Vermögensberater angesprochen, denn genau dies seien doch schließlich Grundsätze, auf denen ihre Beratung, die "Dienstleistung für kleine Leute" aufbaue.

In diesem Zusammenhang erwähnte Hahne auch die Richtlinien des BDV, die er mit großem Interesse gelesen habe. Diese seien Ausdruck einer klaren Überzeugung und Orientierung. Eine daraus resultierende Sichtweise der Dinge erfordere für die Zukunft aber auch ein anderes Bildungs- und Leistungsverständnis in der Gesellschaft. Den aus seiner Sicht in die falsche Richtung gehenden Bildungsreformen der letzten Jahrzehnte erteilte Hahne daher eine deutliche Absage.

2007-JHVS-5Erst in letzter Zeit erkenne man wieder, dass Leistung nichts Verwerfliches sei, sondern positiv bewertet werden müsse. Dienst als Leistung anzuerkennen sei somit eine logische Schlussfolgerung dieser Sichtweise, die sich die Vermögensberater zu Eigen machen sollten. Sie seien eben im positivsten Sinne Dienstleister, leistungsorientiert und hätten folglich durchaus Vorbildfunktion. "Wir brauchen auch hier einen Mentalitätswechsel, dass Dienst einen Wert hat und Leistung ist", rief Hahne den Vermögensberatern zu.

Wichtig für die Zukunft sei es, so Hahne abschließend, an die Stelle der Ich-AG eine neue Gesellschaftsform zu setzen: eine GmbH, eine Gesellschaft mit begründeter Hoffnung. Alle seien aufgerufen, gerade der jungen Generation Hoffnung zu geben. Jeder könne dies an seinem Platz tun, in Verantwortung für seine Kinder und Patenkinder, Enkel und Auszubildenden - und hier seien auch die Vermögensberater im Dienst für ihre Kunden gefragt. Mit lang anhaltendem Applaus bedankten sich die Vermögensberater bei Peter Hahne für seine Worte. Dieser gab im Anschluss zahllose Autogramme und signierte sein neues Buch "Was wirklich wichtig ist".

2007-JHVS-6Berufseinstieg und Zukunftsperspektiven als Vermögensberater

Nach der Mittagspause leitete Friedrich Bohl zu einer von Dr. Markus Schöneberger (Rheinischer Merkur) moderierten Diskussion über. Gemeinsam sprachen der erfolgreiche Vermögensberater und ehemalige Zeitsoldat Peter Wagner, Ernst-Markus Wirth (Justitiar des BDV) sowie zwei in der Ausbildung zum Vermögensberater stehende Zeitsoldaten der Bundeswehr über die beruflichen Perspektiven und ihre Motivation, sich zum Vermögensberater ausbilden zu lassen sowie über das Berufsbild des Vermögensberaters.

Peter Wagner betonte, dass immer die persönliche Ansprache entscheidend sei. Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr finanziere - in der Höhe und Dauer auf die jeweils persönliche Situation des Soldaten zugeschnitten - die Ausbildung, eine aktive Werbung erfolge aber meist nicht. An die Adresse der jungen Kollegen gerichtet riet Wagner, die "geniale Chance", die sich ihnen biete, zu ergreifen. Fleiß sei dabei die entscheidende Voraussetzung. Der Soldat erhalte so die Möglichkeit, seine erworbenen theoretischen Kenntnisse auch in der Praxis direkt zu testen. Auf Nachfrage von Dr. Schöneberger stellte Wirth klar, dass das Gesetz zur Neuregelung des Versicherungsvermittlerrechts, das die EU-Versicherungsvermittlerrichtlinie in deutsches Recht umgesetzt hat und am 22. Mai 2007 in Kraft getreten ist, unterm Strich keine Belastung darstelle. Die Richtlinie sei zudem ein gutes Instrument um als Kunde "schwarze Schafe" schneller zu erkennen und biete dem Vermögensberater die Möglichkeit, sich von diesen abzuheben. Das nun vorgeschriebene Beratungsprotokoll sei bereits ein fester Bestandteil der Arbeit des Vermögensberaters. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf eine Sonderbeilage des Rheinischen Merkur, in der eben diese Fragen ausführlich erörtert seien.

2007-JHVS-7Die beiden noch in der Ausbildung zum Vermögensberater befindlichen Zeitsoldaten betonten vor allem, dass ihnen die Zusammenarbeit mit Menschen wichtig sei, dass besonders das hohe Maß an Eigenverantwortung, die Bezahlung nach Leistung und die freie Zeiteinteilung ausschlaggebend für die Berufswahl waren. Die im Rahmen ihres Dienstes erworbenen Fähigkeiten, Disziplin und Fleiß beschrieben beide als besonders hilfreich für den Einstieg in die Tätigkeit als Vermögensberater.

Riester ist froh, dass er nicht Hartz heißt

Zum Schluss der BDV-Mitgliederversammlung präsentierte Vorstandsmitglied Friedrich Bohl den Mitgliedern als "Überraschungsgast" den ehemaligen Bundessozialminister Walter Riester. Dieser sei gut beraten, sich bei den Vermögensberatern zu bedanken, scherzte Bohl in seiner Begrüßung, denn schließlich hätten sie maßgeblichen Anteil an der Popularität seines Namens. Daran anknüpfend schilderte Walter Riester den aufmerksam lauschenden Zuhörern nicht nur seinen Weg in die Politik, sondern auch die Entstehung der schließlich nach ihm benannten "Riester-Rente".

Schon lange sei klar gewesen, dass neben der über das Umlageverfahren finanzierten gesetzlichen Rente die auf dem Prinzip der Kapitaldeckung basierende private Altersvorsorge eine immer stärkere Bedeutung erlangen würde. Riester beeindruckte dabei auch mit Detailwissen und gab somit zusätzliche Impulse für die tägliche Arbeit der Vermögensberater. Er sei froh, dass inzwischen mehr als acht Millionen Deutsche diese Chance nutzten. Daran hätten auch die im BDV zusammengeschlossenen Vermögensberater mit weit mehr als 800.000 vermittelten Riester-Renten erheblichen Anteil. Sie hätten bereits in diesem Sinne beraten und die Chancen der Riester-Rente erkannt, als andere noch skeptisch waren.

2007-JHVS-7Dabei sei er auch dankbar für die Hinweise seitens der Vermögensberater gewesen, die schließlich zu einer Vereinfachung des Produkts geführt hätten. Dass mit der Riester-Rente eine attraktive Form der Altersvorsorge nach ihm benannt sei, störe ihn dabei überhaupt nicht. Mit dem Vergleich zu Bismarck und seinem Hering oder aber auch anderen lebenden Personen, deren Namen für politische Reformen stünden, könne er gut leben - zumal sein Name im Vergleich zu Peter Hartz ja eher positive Assoziationen wecke.

Mit großem Applaus verabschiedeten die Vermögensberater Walter Riester.

Schon jetzt war klar: Alle freuen sich auf die nächste Mitgliederversammlung des BDV, zu der Prof. Dr. Reinfried Pohl die Mitglieder am 28. Mai 2008 nach Wiesbaden einladen wird.

 

 
MITGLIEDER-LOGIN
NAME
PASSWORT
 
JETZT MITGLIED WERDEN

Werden Sie jetzt Mitglied und profitieren Sie von den vielfältigen Angeboten und Leistungen des BDV.

Zur Anmeldung

AUSBILDUNG VON ZEITSOLDATEN

SoldatWerden Sie Ihr eigener Dienstherr

Mehr Informationen hier

ERSTINFO-PAKET

Sie möchten sich in Ruhe über den BDV informieren? Fordern Sie unser Info-Paket zum BDV an. Natürlich kostenlos...

Jetzt Bestellen

KONTAKT

Sie interessieren sich für den Beruf des Vermögensberaters? Sie haben Fragen oder suchen Informationen oder einen direkten Ansprechpartner?

Kontakt