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Deutschland altert – Renten hinken hinterher

– ohne private Vorsorge geht es einfach nicht!

Friedrich Bohl, Bundesminister a. D.


In Deutschland steigt die Zahl der Rentner und gleichzeitig nimmt die Bevölkerung ab. Der demographische Wandel hat für unser politisches und gesellschaftliches Leben gravierende Folgen. So wird für breite Kreise der Bevölkerung (20 Millionen Rentner haben wir bereits) künftig die sogenannte Altersarmut das beherrschende Thema werden.

Bis zum Jahr 2025 wird die deutsche Bevölkerung auf unter 80 Millionen zurückgehen. Gleichzeitig steigt der Anteil der Menschen im Alter über 65 Jahren und wird vermutlich deutlich mehr als 25 % betragen. (Im Vergleich: 1871 war es 5 %; derzeit sind es 20 %) Zudem werden die Mütter bei der ersten Geburt im Durchschnitt immer älter, mittlerweile liegt ihr Anteil im Mittel bei fast 29 Jahren.

Angesichts dieser Zahlen sind die Modellrechnungen bezüglich der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung alarmierend. So wird damit gerechnet, dass bis 2025 die Einkommen im Durchschnitt um insgesamt 54 % steigen werden, die Renten aber nur um 35 %. Die gesetzliche Rente vor Steuern eines durchschnittlichen Arbeitnehmers wird nach 45 Beitragsjahren in 2025 nur noch 45 % seines Einkommens ausmachen. Im Jahre 2030 sogar nur 43 %! Heute liegt das Rentenniveau immerhin noch bei 51 %.

Derzeit werden immer noch Beruhigungstropfen verabreicht – auch beim derzeitigen Regierungsdialog Rente. Man verweist darauf, dass nur 2,5 % der über 65-Jährigen auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Leider jedoch mit steigender Tendenz. Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht eine düstere Zukunft: Er schätzt, dass 2025 der Anteil der über 65-Jährigen, die die Grundsicherung benötigen, auf 10 % steigen wird.

Es war sicherlich völlig in Ordnung, dass sich CDU, CSU und FDP angesichts vieler Mini-Renten und auch sog. gebrochenen Erwerbsbiographien im Koalitionsvertrag 2009 auf folgendes verständigt haben: „Wir wollen, dass diejenigen, die ein Leben lang Vollzeit gearbeitet und vorgesorgt haben, ein Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung erhalten“. Einverstanden, leider kommt es aber noch „viel dicker“.

Wer ausschließlich auf die staatliche Rente angewiesen ist, kann nun wirklich nicht in Saus und Braus leben: 2010 erhielten Männer in Westdeutschland im Durchschnitt eine Altersrente von knapp 990 Euro. Der sog. Eck-Rentner bekommt – bei einem Bruttoverdienst von 2.500 Euro – immerhin 1.250 Euro monatlich.
Das alles macht signifikant deutlich, dass zwar der Mehrheit unserer Bevölkerung vielleicht kein existentielles Armutsproblem droht, wohl aber doch die dramatische Gefahr eines riesigen Verlustes des bisherigen Lebensstandards. Die Rente ist einfach nicht mehr sicher für einen schönen Lebensabschnitt nach dem Erwerbsleben.

Da muss die Politik ansetzen. Der Regierungsdialog Rente greift nach meiner Wahrnehmung zu kurz, weil er hauptsächlich die Niedrigstrenten in den Fokus nimmt. Das Problem liegt aber bei der Höhe der Durchschnittsrente und damit bei den klassischen Wählern einer Volkspartei. Mindestrente und Mindestlohn – wie von der Opposition lautstark gefordert – helfen da nicht weiter. Auch die Zuschuß-Rente nicht.

Auch wenn Konsumverzicht schwer fällt, es führt kein Weg daran vorbei: Ohne private Vorsorge jetzt, geht es später im Alter nicht. Gerade die zukünftige Rentnergeneration wird bei relativ guter Gesundheit noch möglichst lange die schönen Seiten des Lebens mit interessanten Hobbys genießen wollen. Das kann der Staat ihr nicht mehr bieten, das muß sie selbst schultern. Also: Früher an später denken!


Marburg, den 14. September 2011

 

 
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