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Fachwissen Vermögensberatung

Neue Gesetze, aktuelle Regelungen, qualifizierte Beratung: Wenn’s um Vermögensberatung geht, zählen viele verschiedene Aspekte. Als Einstieg in die wichtigsten Punkte finden Sie hier unser Glossar. In dieser alphabetisch geordneten Themensammlung lesen Sie stichwortartig, was die interessantesten Sachverhalte ausmacht. Informieren Sie sich, worauf es ankommt und was für eine Beratung wichtig ist. 

 

A

Abgeltungssteuer
 

Die Abgeltungsteuer wurde zum 1. Januar 2009 als neue Erhebungstechnik für Steuern auf Kapitaleinkünfte eingeführt. Der Steuerabzug bei Kapitalerträgen hat seitdem abgeltende Wirkung: Es besteht keine Pflicht mehr, diese bereits versteuerten Erträge in der Steuererklärung anzugeben. Rechtstechnisch heißt diese Art der Steuererhebung Kapitalertragsteuer, doch wegen der abgeltenden Wirkung spricht man von „Abgeltungsteuer“. Sie ersetzt das bisherige Verfahren, nach dem der Steuerpflichtige seine Kapitalerträge in der Einkommensteuer-Erklärung angeben muss. Bislang war die von Banken, Sparkassen, Versicherungsunternehmen und Kapitalgesellschaften einbehaltene Steuer auf Kapitalerträge (Zinsabschlag und Kapitalertragsteuer) lediglich eine Vorauszahlung auf die vom Finanzamt zu ermittelnde Einkommensteuer. Für Kapitalerträge wird somit ein so genanntes Quellenabzugsverfahren angewandt. Die Schuldner der Kapitalerträge bzw. die auszahlenden Stellen (Banken, Finanzdienstleister) behalten die Steuer ein und führen sie direkt an das Finanzamt ab.

Agio
 

Liegt der tatsächlich zu zahlende Preis über dem Nennwert eines Wertpapiers, so bezeichnet man die Differenz als Agio, Aufgeld oder Aufschlag. Es dient bei Anleiheemissionen als Feinabstimmung für die Rendite. Entgegengesetzter Fall: Disagio, Abgeld, Abschlag.

Aktienfonds
 

Investmentfonds, der vorwiegend oder ausschließlich in Aktien angelegt ist.

Allfinanz
 

Allfinanz bezeichnet die Kooperation von rechtlich getrennten Branchen der Finanzdienstleister wie Kreditinstituten (Banken, Sparkassen, Bausparkassen), Versicherern, und Investmentgesellschaften wie auch das Ergebnis dieses Prozesses. Man kann daher Allfinanzanbieter, Allfinanzvermittler und Allfinanzberater unterscheiden. Allfinanzanbieter sind Kooperationen von den genannten Finanzdienstleistern zum Zwecke eines abgestimmten Produktangebots für den gesamten Bedarf an Finanzdienstleistungen aus einer Hand. Die Kooperation kann im Rahmen eines Konzernverbundes oder auf vertraglicher Basis zwischen den rechtlich selbstständigen Finanzdienstleistern erfolgen. Allfinanzvermittler sind Finanzvermittler, die Produkte verschiedener, unabhängiger Anbieter mit dem Ziel in ihr Vermittlungsangebot aufnehmen, den gesamten Bedarf an Finanzdienstleistungen abdecken zu können. Allfinanzberater sind meist ebenso Vermittler; nur im Fall von Versicherungsberatern ist rechtlich klargestellt, dass diese ausschließlich beratend im Auftrag des Kunden tätig werden, ohne selbst zu vermitteln. Zur Allfinanz gehört in jedem Fall ein breites Angebot an Finanzdienstleistungen. Die Allfinanz entwickelte sich ab Anfang der 1970er Jahre. Prof. Dr. Reinfried Pohl gilt als der Erfinder der Allfinanz in Deutschland.

Altersarmut
 

Von Altersarmut spricht man, wenn der nicht erwerbstätige Teil der Bevölkerung seinen Bedarf aus den Leistungen der gesetzlichen und privaten Versorgungssysteme nicht decken kann. Damit wird Altersarmut nach dem Einkommen definiert, das nicht zur Verfügung steht. Der Anstieg der Altersarmut ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen: Absenkung des Rentenniveaus, Arbeitslosigkeit, Berufsunterbrechung durch Kindererziehung und Pflege, Niedriglohnjobs und geringverdienende Selbständige. Die gesetzliche Rentenversicherung ächzt unter der demographischen Entwicklung. Der Gesetzgeber hat bereits reagiert und die Rente mit 67 für die Jahrgänge ab 1964 verabschiedet. In letzter Konsequenz führt dies bei vorzeitiger Inanspruchnahme wiederum zu geringeren Rentenzahlungen. Somit führt an der privaten und betrieblichen Vorsorge kein Weg vorbei.

Alterseinkünftegesetz
 

Gesetz zur grundlegenden Umgestaltung der einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbezügen sowie Einführung der nachgelagerten Besteuerung von Renten: Altersvorsorge-Aufwendungen sind während der aktiven Zeit von der Steuer freigestellt, die späteren Renteneinnahmen werden voll besteuert – unter Berücksichtigung der dann geltenden Freibeträge.

Altersvorsorge
 

Altersvorsorge umfasst alle Maßnahmen, die ergriffen werden, um nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben den weiteren Lebensunterhalt zu bestreiten. 72 Prozent der Erwerbstätigen erwarten laut einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) im Alter Abstriche bei ihrem Lebensstandard. Fast die Hälfte der Befragten schätzt den eigenen Kenntnisstand zur Altersvorsorge als gering ein. Daher suchen bereits zwei Drittel von ihnen bei Anderen Rat zur Altersvorsorge.

Altersvorsorge, betriebliche
 

Wenn ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer aus Anlass des Arbeitsverhältnisses eine Versorgungszusage erteilt, spricht man von Betrieblicher Altersvorsorge. Sie wird steuerlich und beitragsrechtlich unterstützt. Das Betriebsrentengesetz sieht ein Recht des Arbeitnehmers auf betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung, also Verzicht auf zukünftiges Gehalt, vor. Das bringt Steuervorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit sich und wird daher zunehmend beliebter. Für die Betriebliche Altersversorgung gibt es fünf zulässige Durchführungswege: Direktzusage, Unterstützungskasse, Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung. 

Altersvorsorge, geschichtliche Entwicklung
 

Altersvorsorge war traditionell eine Aufgabe, die über Jahrhunderte der Familienverband übernahm. Im Verbund der Großfamilie versorgte die jeweils aktive leistungsfähige Generation sowohl die nachwachsende als auch die alternde Generation. Eine ausreichende Kinderzahl war die Voraussetzung für eine Versorgung im Alter. Mit aufkommender Industrialisierung, zunehmender Mobilität und gleichzeitiger Verarmung weiter Bevölkerungsschichten konnte diese Aufgabe immer häufiger nicht mehr in den Familien gelöst werden.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde als Reaktion darauf mit der Bismarck'schen Sozialgesetzgebung eine gesetzliche Altersrente eingeführt: Die gesetzliche Rente war dabei zunächst als kapitalgedeckte Rente angelegt. Im 20. Jahrhundert ging der aufgebaute Kapitalstock durch zwei Weltkriege, Inflation und Wirtschaftskrise verloren. Mitte der 50er Jahre wurde die soziale Rentenversicherung in der Westzone Deutschlands grundlegend  reformiert und auf das Umlageverfahren umgestellt. In der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone hingegen wurden alle Zweige der Sozialversicherung zu einer Einheitsversicherung zusammengefasst.

Die Entwicklung der letzten 150 Jahre hat dazu geführt, dass sich die Verantwortung für die Altersvorsorge von Familienverband und Individuum zu größeren Gruppen (Staat, Kollektiv der Versichertengemeinschaft) verlagert hat. Die neueren Veränderungen im Altersaufbau der Gesellschaft führen dazu, dass sich diese Tendenz derzeit ändert und der individuellen Verantwortlichkeit für die eigene Altersvorsorge wieder stärkere Bedeutung zukommt. 

Altersvorsorge, gesetzliche
 

Die heutige gesetzliche Rentenversicherung basiert auf dem Umlageverfahren: Die eingezahlten Beiträge der jeweils aktiven Generation werden nicht angespart, sondern sofort für die laufenden Rentenzahlungen an die derzeitigen Rentner verwendet. Daher besteht auch kein Anspruch auf Rückzahlung der individuell eingezahlten Beiträge, sondern bei Rentenbezug auf Beteiligung an den laufenden Einnahmen. Die junge Generation kommt damit für die Rente der älteren Generation auf (sog. Generationenvertrag). Aufgrund der demografischen Entwicklung müssen aber zukünftig immer weniger Arbeitnehmer die Renten von immer mehr Rentnern finanzieren, was zu steigenden Rentenversicherungsbeiträgen für die Erwerbstätigen führt, wenn die Rentenleistungen an den einzelnen Rentner nicht reduziert werden sollen. Aus diesem Grund müssen entweder die Beiträge erhöht oder die Leistungen gekürzt werden. Da die gesetzliche Rentenversicherung in Zukunft allein nicht mehr den Lebensstandard sichern kann, ruft die Bundesregierung zur zusätzlichen privaten und betrieblichen Altersvorsorge auf.

Altersvorsorge, private
 

Die Idee der privaten Vorsorge basiert auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Da sie freiwillig ist, stehen das eingezahlte Kapital sowie die erwirtschafteten Erträge ausschließlich dem Sparer zu. Er entscheidet über die Verwendung des angesparten Kapitals.

Altersvorsorge, staatlich gefördert
 

Staatlich geförderte Altersvorsorge gibt es in Form der Riester-Rente und der Basisrente: Beides sind kapitalgedeckte Altersvorsorge-Maßnahmen, die die vorgenommene Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus abfedern sollen. Anders als bei der Riester-Rente fördert der Staat das Vorsorgesparen bei der Basisrente jedoch nicht mit Zulagen, sondern nur mit Steuervorteilen. Wenn der Versicherungsnehmer im Laufe seines Lebens bedürftig werden sollte, dürfen Sozialamt oder Agentur für Arbeit nicht auf diese Ersparnisse zugreifen – sie sind Hartz IV-sicher. 

Altersvorsorge, staatlich nicht gefördert
 

Sie unterliegt nicht den Bedingungen für eine steuerliche Förderung. Hierbei wird auch nicht vertraglich zugesichert, dass das angesparte Vermögen zu Beginn der Auszahlungsphase für die Altersleistungen zur Verfügung steht. Andererseits kann damit generationenübergreifend Vermögen aufgebaut werden, da das angesparte Vermögen oftmals vererbbar ist. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass das Kapital für andere Zwecke als die Altersvorsorge verwendet wird.

Anteilschein
 

Wertpapier, in dem die Ansprüche des Anteilinhabers gegenüber der Kapitalanlagegesellschaft verbrieft sind. Die Anteilscheine lauten über einen oder mehrere Anteile.

Anteilwert
 

Der Wert eines Anteils errechnet sich aus dem Wert des Fondsvermögens geteilt durch die Gesamtzahl der ausgegebenen Anteile. Er ist unter anderem abhängig vom Börsenkurs der zum Fondsvermögen gehörenden Wertpapiere.

B

Bachelor of Arts in Betriebswissenschaft, Schwerpunkt Finanzvertrieb (FHDW)
 
Der Kombi-Studiengang an der FHDW bietet Ihnen gemeinsam mit Ihrem Ausbildungsbetrieb eine einmalige Gelegenheit: 
In 36 Monaten erwerben Sie
 
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Das duale Studium gliedert sich in jeweils sechs Theorie- und Praxisphasen. Schwerpunkt des Studiengangs ist das Thema Finanzvertrieb. Im Rahmen der Theoriesemester werden Ihnen der Studienstoff sowie die theoretischen Grundlagen des Berufes vermittelt. Ein Aufenthalt im Ausland stattet Sie mit der heute unverzichtbaren Auslandserfahrung aus. Die sechs Praxisphasen werden im Ausbildungsbetrieb absolviert.

Die Studienvoraussetzungen sind eine gute Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife sowie das Bestehen des Auswahlverfahrens.

Das duale Studium – Ihre Vorteile

  • Studium an einer angesehenen privaten Fachhochschule
  • Optimale Vorbereitung auf eine Tätigkeit als Führungskraft im Finanzvertrieb
  • Gelungene Verbindung von Theorie und Praxis
  • zwei hoch qualifizierte Abschlüsse
BaFin
 

Abkürzung für Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die BaFin vereint die Geschäftsbereiche der ehemaligen Bundesaufsichtsämter für das Kreditwesen, für das Versicherungswesen sowie für den Wertpapierhandel in sich und führt diese seit 01. Mai 2002 weiter.

Investmentgesellschaften sind Spezial-Kreditinstitute und unterliegen der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Baisse
 

Eine Baisse ist gekennzeichnet durch länger anhaltende Kursverluste des Gesamtmarkts oder einzelner Marktbereiche. Dieser Markt wird umgangssprachlich auch als Bear Market oder zu Deutsch Bärenmarkt bezeichnet. Gegenteil: Hausse.

Basispunkt
 

Der Begriff Basispunkt wird hauptsächlich im Finanzwesen verwendet. Dieser bezeichnet den hundertsten Teil eines Prozentpunkts. 100 Basispunkte entsprechen einem Prozentpunkt.

Basisrente
 

Die Basisrente, umgangssprachlich auch „Rürup-Rente“, existiert seit 2005. Sie ist eine private, kapitalgedeckte Rentenversicherung, die steuerlich gefördert wird und auf den Ökonomen Bert Rürup zurückgeht. Sie ist besonders für Freiberufler und andere Selbständige gedacht, die eine Eigenvorsorge für ihren Ruhestand treffen müssen. Grundsätzlich ist sie für alle geeignet, die steuerlich gefördert für ihr Alter vorsorgen möchten.

Im Unterschied zur klassischen Rentenversicherung gibt es ähnlich wie bei der Riester-Rente bei der Basisrente kein Kapitalwahlrecht: Der angesparte Betrag darf nicht in einer Summe ausgezahlt werden, sondern wird lebenslang verrentet.

Benchmark
 

Benchmark bezeichnet einen Referenzwert, an dem man das eigene Investment oder die Performance von Fonds messen kann. Als Benchmark dienen oft wichtige Indizes wie DAX oder EUROSTOXX.

Beratungsprotokoll
 

Nach § 61 VVG muss ein Versicherungsvermittler die Beratung seiner Kunden schriftlich dokumentieren. Diese Dokumentation soll klar und verständlich sein und muss in Textform niedergelegt werden (§ 62 VVG). Das Beratungsprotokoll ist ein Hilfsmittel zu dieser schriftlichen Dokumentation, es formalisiert und standardisiert ihre Abläufe.

Folgende Punkte muss ein Beratungsprotokoll erfassen können:

  • den ev. Verzicht des Kunden auf die Beratung inkl. Dokumentation oder nur auf die Dokumentation,

  • die Beratungsgrundlage,

  • den ev. Verzicht des Kunden auf Mitteilung der Beratungsgrundlage,

  • den Anlass der Beratung,

  • die Wünsche des Kunden,

  • die Bedürfnisse des Kunden,

  • den Rat inklusive Begründung,

  • die Entscheidung des Kunden. 

 

Bonität
 

Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft eines Unternehmens oder Anleihe-Emittenten. Die Bonität gibt Auskunft über die Güte eines Schuldners.

Bruttoinlandsprodukt
 

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst den Wert der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen (Wertschöpfung), soweit diese nicht als Vorleistungen für die Produktion anderer Waren und Dienstleistungen verwendet werden.

Das bedeutet, dass zum Beispiel Einzelteile, die zur Herstellung eines Endproduktes benötigt werden, nicht extra in die Berechnung des BIP einfließen, sondern im Gesamtwert des Endprodukts enthalten sind.

Wenn das BIP zunimmt spricht man von Wirtschaftswachstum.

Börse
 

Handelsplatz für Waren und Wertpapiere. In Deutschland gibt es Börsen in Berlin und Bremen (als Teile der Börse Berlin-Bremen), Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart.

Die Wertpapierbörse in Frankfurt ist die größte in Deutschland.

Bürgerentlastungsgesetz
 

Durch das Bürgerentlastungsgesetz haben Angestellte, Selbstständige, gesetzlich und privat Versicherte ab 2010 mehr Netto von ihrem Bruttogehalt: Das „Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung“ bringt ihnen eine der größten Steuerentlastungen in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Beiträge des Steuerpflichtigen zu Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung werden absetzbar. Verstärkt wird die Entlastung zusätzlich durch die Steuersenkung im Rahmen des Konjunkturpaketes II. 

C

CAC 40
 

Die 40 umsatzstärksten Aktien der Pariser Wertpapierbörse werden im CAC 40 zusammengefasst. Er ist vergleichbar mit dem DAX in Deutschland.

Cap
 

Die vertragliche Vereinbarung einer Zins- oder Rückzahlungsobergrenze wird als Cap bezeichnet.

Cashflow
 

Unter dem Cashflow versteht man den Zugang flüssiger Mittel innerhalb einer Abrechnungsperiode. Er ist Ausdruck für die Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens. Aus der Höhe des Cashflows und der langjährigen Entwicklung lassen sich Rückschlüsse auf das Finanzierungspotenzial eines Unternehmens ziehen. Der Cash Flow oder das Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCV) ist eine gebräuchliche Kennzahl zur Unternehmens- und Aktienanalyse, die besonders häufig in angelsächsischen Ländern herangezogen wird. Unter langfristigen Gesichtspunkten ist das KCV in der Regel aussagekräftiger als das KGV.

CBOT
 

Das Chicago Board of Trade ist die älteste amerikanische und heute weltgrößte Börse für Warentermingeschäfte mit zusätzlichem Optionshandel

CDAX
 

CDAX steht für Composite-DAX und bezeichnet den Aktienindex, der alle Aktien des DAX, MDAX und TecDAX umfasst.

CFDs
 

Contracts for Differences, auch: Differenzkontrakt. Hierbei handelt es sich um die "Wette", auf die Wertentwicklung eines Basiswerts, wie z.B. Aktien, Rohstoffe, Indizes oder Währungen, zu setzen, ohne ihn selbst besitzen zu müssen. CFDs haben keine Laufzeit und können auf unbestimmte Zeit gehalten werden. Da nur auf die Differenz gesetzt wird, sind diese Geschäfte hochriskant. Deshalb muss eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegt werden. Ist diese aufgebraucht, kommt es zu Nachschussverpflichtungen. Ein Handel von CFDs ist bei der ING-DiBa daher nicht möglich. Die gleiche Strategie ist aber mit Hebelprodukten, die bei der ING-DiBa gebührenfrei handelbar sind, umsetzbar.

CME
 

Abkürzung für: Chicago Mercantile Exchange. Sie ist die zweitgrößte Börse für Commodity Futures der Welt.

Collar
 

Die gleichzeitige vertragliche Vereinbarung einer Zinsober- und Untergrenze nennt man Collar. Wenn der Referenzzinssatz die Obergrenze (Cap) übersteigt, so zahlt der Verkäufer dem Käufer die Differenz aus den beiden Beträgen. Unterschreitet der Referenzzinssatz hingegen die Untergrenze (Floor), so muss der Käufer dem Verkäufer die Differenz der Beträge erstatten. Der Kreditnehmer hat durch den Kauf eines Collars die Möglichkeit, die Zinskosten mit einer festen Obergrenze zu versehen. Dafür verpflichtet er sich zur Zahlung eines Mindestzinssatzes.

Compliance
 

Der Begriff Compliance kommt ursprünglich aus dem Angelsächsischen und bedeutet "Handeln im Einklang mit geltendem Recht". Dies bezieht sich in Deutschland hauptsächlich auf den Wertpapierbereich. Der Compliance-Beauftragte einer Bank überwacht, ob Wertpapiergeschäfte von Kunden und Mitarbeitern nach den Vorgaben der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) abgewickelt werden. Auf Wunsch können Kunden der ING-DiBa Zweitschriften ihrer Wertpapiergeschäfte automatisch kostenlos an einen von ihnen benannten Compliance Officer schicken. Der Versand einer Zweitschrift erfolgt generell postalisch, unabhängig davon, ob eine Post-Box eingerichtet ist.

Cost-Average-Effekt
 

Auch: Durchschnittskostenmethode. Bei einer gleich bleibenden Sparrate werden je nach Entwicklung des Anteilwerts bei höheren Kursen weniger und bei niedrigeren Kursen mehr Anteile erworben. Langfristig erreicht der Anleger damit einen günstigen durchschnittlichen Kaufpreis.

D

DAV
 

Die Deutsche Akademie für Vermögensberatung (DAV) ist ein rechtlich eigenständiger Ausbildungsträger für die Aus- und Weiterbildung von Vermögensberatern. Ihre Ausbildung auf Basis der Richtlinien und Grundsätze für die Kundenberatung des Bundesverbandes Deutscher Vermögensberater bildet die Grundlage für die Qualifikation von Vermögensberatern.

Die DAV stellt Aus- und Fortbildungspläne zur Gewährleistung einer qualifizierten Berufsausübung von Vermögensberatern auf und organisiert Lehrveranstaltungen unter Mitwirkung von Lehrkräften deutscher Universitäten und Fachhochschulen aus entsprechenden Fachbereichen sowie erfahrener Praktiker aus der Bank- und Versicherungswirtschaft. 

DBBV
 

Das Deutsche Berufsbildungswerk Vermögensberatung (DBBV) bietet Prüfung und Zertifizierung für Vermögensberater. Es etablierte bereits 1998 einen Qualifikationsstandard, der durch die Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie in Deutschland im Jahr 2007 zur Richtschnur für die gesamte Branche wurde. Ziel des DBBV ist es, die Anerkennung des Berufsstandes des Vermögensberaters weiter auszubauen.

Demografischer Wandel
 

„Demographie“ kommt aus dem Griechischen, es bedeutet „ein Volk beschreiben“. Unter demografischem Wandel versteht man alle Veränderungen in Zahl und Struktur der Bevölkerung eines Landes. Die demografische Entwicklung ist das Ergebnis von Geburtenrate, Lebenserwartung und der Entwicklung der Ein- und Auswanderungen (Wanderungssaldo). Sterben mehr Menschen im Verlaufe eines Jahres als Kinder geboren werden, spricht man von einem Geburtendefizit. Dies ist in Deutschland seit 1972 der Fall. Wenn ein Geburtendefizit nicht mehr durch Nettozuwanderung (positiver Wanderungssaldo) ausgeglichen werden kann – wie in Deutschland seit 2003 – nimmt die Zahl der Bevölkerung ab.

Entscheidend für die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme sind die Veränderungen im Altersaufbau einer Gesellschaft: besonders das Verhältnis von Erwerbstätigen und älteren Menschen, die nicht mehr im Erwerbsleben stehen. Das Statistische Bundesamt legt regelmäßig Bevölkerungsvorausberechnungen für Deutschland vor, die auch als Basisinformationen für politische Entscheidungen dienen.

Depotbank
 

Die Depotbank verwahrt die Vermögensgegenstände (Wertpapiere) eines Fonds. Fondsgesellschaft und Depotbank müssen getrennt sein, so dass das Vermögen des Anlegers vor einer möglichen Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt ist. Die Depotbank erhält in der Regel eine Depotgebühr für die Verwahrung des Fondsvermögens sowie eine Depotbankgebühr beispielsweise für Kontrollaufgaben.

Derivate
 

Derivate sind keine eigenständigen Anlageinstrumente, sondern Rechte, deren Bewertung vornehmlich aus dem Preis und den Preisschwankungen und Erwartungen eines Basisinstruments, zum Beispiel Aktien und Anleihen, abgeleitet ist. Zu den Derivaten werden alle Arten von Optionen und Futures gezählt. Auch Zertifikate und Optionsscheine werden als Derivate bezeichnet.

Deutsche Aktienindices
 

Die gängigsten deutschen Aktienindices sind der DAX®, der MDAX®, der SDAX® und der TecDAX®. Der DAX® besteht aus den 30 Standartwerten, die die höchsten Börsenumsätze und Börsenkapitalisierungen aufweisen. Der MDAX® repräsentiert die 50 nachfolgenden Werte (Midcaps), der SDAX® umfasst die 50 nächstkleineren Werte (Smallcaps). Der TecDAX® fasst die 30 größten Unternehmen der Technologiebranchen unterhalb der DAX®-Werte zusammen. Die Indices werden börsentäglich fortlaufend berechnet. Die Zusammensetzung wird in bestimmten zeitabständen durch die Deutsche Börse bei Bedarf angepasst.

Disagio
 

Als Disagio oder auch Abgeld bezeichnet man den Unterschied zwischen dem Nennwert und einem niedrigeren Börsenkurs. Bei Optionsscheinen und Zertifikaten ist der Betrag gemeint, um den der Bezug des Basiswerts günstiger ist als der Kauf über den Optionsschein oder das Zertifikat.

Dispositionskredit
 

Wer ein regelmäßiges Einkommen hat, kann bei der Bank einen Dispositionskredit (auch: Dispo) für sein Girokonto beantragen. Das heißt, er kann sein Konto bis zu einem bestimmten Höchstbetrag überziehen,
also ins Minus (Soll) gehen. Die Bank gibt keinen festen Rückzahlungstermin vor.

Mit den laufenden Einnahmen wird das Soll immer wieder ausgeglichen. Wer den Kredit in Anspruch nimmt, muss mit hohen Zinsen rechnen – in der Regel zwischen 12 bis 15 Prozent pro Jahr. Der Dispositionskredit eignet sich daher eher für kurzfristige finanzielle Engpässe.

Dokumentationspflicht
 

Die Vermittlerrichtlinie postuliert die sogenannte Dokumentationspflicht. In Artikel 13 verlangt die EU-Vermittlerrichtlinie ausdrücklich eine schriftliche Dokumentation für eine Versicherungsberatung. Mit der Realisierung der EU-Vermittlerrichtlinie unterliegt deshalb jeder Vermittler – einerlei, ob Versicherungsmakler, Vertreter, Mehrfachagent, Finanzdienstleister, Vermögensberater, Finanzberater, Bankberater oder Bausparvermittler – der Dokumentationspflicht.

E

Eigenheimrentengesetz („Wohn-Riester“)
 

Das selbstgenutzte Wohneigentum ist für die Bürgerinnen und Bürger nach wie vor die beliebteste Form der privaten Altersvorsorge. Das am 20. Juni 2008 vom Bundestag verabschiedete "Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge (Eigenheimrentengesetz - EigRentG)" trägt dem mit der verbesserten Integration des selbstgenutzten Wohneigentums und des genossenschaftlichen Wohnens in die steuerlich geförderte Altersvorsorge ("Riester-Rente") Rechnung. Der Bundesrat hat dem Eigenheimrentengesetz am 04. Juli 2008 zugestimmt; das Gesetz tritt rückwirkend zum 01. Januar 2008 in Kraft. Die neuen Regelungen erlauben nun mehr Flexibilität und Wahlfreiheit für den Einzelnen bei der Entscheidung für die individuell beste Altersvorsorgeform.

Einmalanlage
 

Die einmalige Einzahlung eines bestimmten Betrages für den Kauf von Investmentanteilen.

Emission
 

Unter Emission versteht man die Ausgabe von Wertpapieren (Neuemission oder aus einer Kapitalerhöhung) am Kapitalmarkt. Die Emission erfolgt meist durch den Zusammenschluss mehrerer Banken zu einem Emissionskonsortium, bei Zertifikaten und Optionsscheinen fortlaufend durch die Emissionsbank.

Emissionspreis
 

Auch: Ausgabepreis. Preis, zu dem neu ausgegebene Wertpapiere dem Anlegerpublikum zum Kauf angeboten werden.

Emittent
 

Juristische Person, die Wertpapiere ausgibt.

EUR-Anleihen
 

Anleihen, bei denen der Nominalbetrag auf Euro (€) lautet.

Eurobonds
 

Internationale - nicht nur europäische - Schuldverschreibungen, die über internationale Bankenkonsortien platziert werden, auf eine international anerkannte Währung lauten und in mehreren Ländern außerhalb des Heimatlandes des Emittenten gehandelt werden. Emittenten sind vorrangig Staaten, internationale Institutionen und Großunternehmen.

F

Fondsanteil
 

Kleinster Teil des Fondsvermögens (auch Anteil genannt), über den ein Anteilschein ausgestellt ist.

Fondsmanagement
 

Gremium, das Anlageentscheidungen für den jeweiligen Investmentfonds trifft.

Fondsvermögen
 

Die Gesamtheit der Vermögenswerte des Investmentfonds.

Freistellungsauftrag
 

Jedem Anleger steht ein Sparerfreibetrag zu. Um diesen unverzüglich und nicht erst im Rahmen der Einkommensteuererklärung auszuschöpfen, kann jeder Anleger gegenüber seiner Investmentgesellschaft, Bank oder Sparkasse einen Freistellungsauftrag erteilen.

G

Garantiefonds
 

Diese Fonds garantieren zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals beziehungsweise zumindest eines bestimmten. Sie sind für Anleger geeignet, die der Sicherheit besonderen Wert beimessen.

Geldmarkt
 

Markt für kurzfristiges Geldkapital (insbesondere Schatzwechsel und Schatzanweisungen des Bundes und der Länder). Die Geldmarktgeschäfte werden hauptsächlich zwischen Kreditinstituten beziehungsweise zwischen der Bundesbank und Kreditinstituten getätigt. Wichtige Orientierungspunkte für die Zinssätze am Geldmarkt sind der Diskontsatz und der Lombardsatz.

Geldmarktfonds
 

Geldmarktfonds investieren zu 100 Prozent in reine Geldmarktinstrumente (z.B. Festgelder, kurzfristig verzinsliche Wertpapiere).

Generationenvertrag
 

Mit Generationenvertrag wird der unausgesprochene „Vertrag“ zwischen der beitragszahlenden und der rentenbeziehenden Generation bezeichnet. Die monatlich von Arbeitnehmern und Arbeitgebern vorgenommenen Einzahlungen in die staatliche Rentenkasse finanzieren die laufenden Rentenzahlungen. Die arbeitende und aktuell zahlende Generation geht davon aus, dass auch ihre Rente durch die Beitragszahlungen der nachfolgenden Generation gedeckt ist.

Der Begriff des Generationenvertrages entstand mit dem Umlageverfahren in den Rentenversicherungen und wurde später auch bei anderen Umverteilungsmechanismen im Sozialstaat verwendet. 

Gesetzliche Rentenversicherung
 

Die heutige gesetzliche Rentenversicherung basiert auf dem Umlageverfahren: Die eingezahlten Beiträge der jeweils aktiven Generation werden nicht angespart, sondern sofort für die laufenden Rentenzahlungen an die derzeitigen Rentner verwendet. Daher besteht auch kein Anspruch auf Rückzahlung der individuell eingezahlten Beiträge, sondern bei Rentenbezug auf Beteiligung an den laufenden Einnahmen. Die junge Generation kommt damit für die Rente der älteren Generation auf (sog. Generationenvertrag). Aufgrund der demografischen Entwicklung müssen aber zukünftig immer weniger Arbeitnehmer die Renten von immer mehr Rentnern finanzieren, was zu steigenden Rentenversicherungsbeiträgen für die Erwerbstätigen führt, wenn die Rentenleistungen an den einzelnen Rentner nicht reduziert werden sollen. Aus diesem Grund müssen entweder die Beiträge erhöht oder die Leistungen gekürzt werden. Da die gesetzliche Rentenversicherung in Zukunft allein nicht mehr den Lebensstandard sichern kann, ruft die Bundesregierung zur zusätzlichen privaten und betrieblichen Altersvorsorge auf.

Gesundheitsfonds
 

Der Gesundheitsfonds ist ein System zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland, das zum 1. Januar 2009 umgesetzt wurde. Am 2. Februar 2007 beschloss der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG), dem der Bundesrat am 16. Februar 2007 zustimmte.

Nach diesem Gesetz wird die Honorierung der Ärzte neu geregelt und die Arzneimittelversorgung geändert. Beitrags- und Steuergelder werden zentral eingenommen und an die Krankenkassen weitergeleitet. Die Krankenkassen ziehen die Sozialversicherungsbeiträge zunächst ein und übertragen sie an den Gesundheitsfonds, der vom Bundesversicherungsamt verwaltet wird. Die bisher unterschiedlichen Beitragssätze der Krankenkassen wurden durch einen einheitlichen Beitragssatz ersetzt, der von der Bundesregierung festgelegt wird. Die Landwirtschaftliche Krankenversicherung ist aufgrund ihrer besonderen sozial- und finanzpolitischen Aufgaben nicht am Gesundheitsfonds beteiligt; dort werden die Beiträge nach wie vor durch autonomes Recht (Satzung) unter Beteiligung der Selbstverwaltung geregelt.

H

Handelsbilanz
 

Bei der Handelsbilanz eines Unternehmens werden Vermögen und Verbindlichkeiten eines Unternehmens gegenübergestellt. Es werden die einzelnen, nach handelsrechtlichen Vorschriften bewerteten aktiven und passiven Positionen des Unternehmens aufgeführt.

Handelszeiten
 

Unter Handelszeit versteht man die Zeit, in der ein Börsenhandel stattfindet und somit Aufträge ausgeführt werden können. Eine Übersicht über die Handelszeiten der einzelnen bei der ING-DiBa verfügbaren Börsen finden Sie in unserer Handelsplatz-Übersicht.
 

Hauptversammlung
 

Die Hauptversammlung (HV) ist das jährliche Zusammentreffen der Aktionäre, auf der über die wichtigsten zukünftigen Schritte des Unternehmens, wie z. B. die Verwendung des Bilanzgewinnes, Kapitalerhöhungen, Neuwahl des Aufsichtsrates, Entlastung des Vorstandes etc. entschieden wird und vom Vorstand über das abgelaufene Geschäftsjahr berichtet wird.

Hausse
 

Eine Hausse ist gekennzeichnet durch einen länger anhaltenden Kursanstieg des Gesamtmarkts oder einzelner Marktbereiche. Dieser Markt wird umgangssprachlich auch als Bull Market oder zu Deutsch als Bullenmarkt bezeichnet. Gegenteil: Baisse.

Hebel
 

Der Hebel gibt an, um wie viel stärker sich ein Wertpapier oder eine Option im Vergleich zum Basiswert bewegt. Er errechnet sich als Quotient aus aktuellem Basiswertpreis und dem durch das Bezugsverhältnis angepassten Optionsscheinkurs.
 

Hebeleffekt (Leverage-Effekt)
 

Vor allem im Zusammenhang mit der Bewertung von Optionsscheinen und Knock-outs gebräuchliche Kenngröße zur Ermittlung des Kursverhältnisses Option/Basiswert. Ein Hebel von 2 besagt, dass das Wertpapier doppelt so stark wie der Basiswert selbst auf Kursschwankungen des Basiswerts reagiert. Der Hebel wirkt in beide Richtungen, also sowohl auf Kurssteigerungen als auch auf Kursverluste des Basiswerts.

Hedge
 

Hedge ist die englische Entsprechung für "Hecke". Im Börsenjargon bedeutet "eine Hecke bauen", zu versuchen, sich gegen Preisrisiken abzusichern. Ein Aktieninhaber beispielsweise trägt das volle Risiko von Preisschwankungen. An den Terminbörsen sichert man sich daher durch Gegengeschäfte ab.

Hedge-Funds
 

Mit Hedge-Funds werden Investmentfonds bezeichnet, die bezogen auf ihre Anlagepolitik keinerlei gesetzlichen oder sonstigen Einschränkungen unterliegen. Unter Verwendung jeglicher Anlageformen wird eine möglichst rasche Vermehrung des Kapitals angestrebt. Deshalb bieten Hedge-Funds die Chance auf eine sehr hohe Rendite, beinhalten jedoch auch ein entsprechend hohes Risiko des Kapitalverlusts, da sie überwiegend in Optionen und Futures investieren.

Hedge-Ratio
 

Dividiert man für die Absicherung (Hedge) einer offenen Kassaposition ihren Wert durch den Gesamtkontraktwert, so erhält man die sogenannte Hedge-Ratio. Sie gibt an, wie viel Kontrakte man zur Absicherung benötigt.

Heimatbörse
 

Als Heimatbörse wird die Börse bezeichnet, an der ein Unternehmen seine Hauptnotiz hat, in der Regel ist dies am Hauptsitz einer Aktiengesellschaft.

High
 

Englisch: "Hoch". High wird der Höchstkurs pro Tag, Woche, Monat, historisch etc. bezeichnet und stellt das Gegenstück zu Low dar.

Hinterlegungsbescheinigung
 

Der Depotinhaber kann bei der depotführenden Bank die Sperre von Wertpapierbeständen beantragen. Über die vorgemerkte Sperre wird eine Bescheinigung erteilt. Mit der Bescheinigung kann der Depotinhaber an einer Versammlung der Gesellschaft teilnehmen.

Holding
 

Eine Holding ist ein Unternehmen, das nicht selbst produziert oder Dienstleistungen anbietet, sondern stattdessen Anteile an anderen Unternehmen verwaltet. Ihre hauptsächliche Aufgabe liegt im Erwerb und der Verwaltung von Anteilen an Unternehmen, die dann wirtschaftlich meist in der Holding aufgehen, rechtlich aber oft noch selbstständig bleiben.

HV
 

Kurzform für Hauptversammlung.

Hängeposition
 

Hängeposition wird die Situation genannt, wenn hereingenommene Wertpapiere aufgrund von nicht auftretenden Kursentwicklungen im Bestand bleiben und nicht verkauft werden.

I

Index
 

Der Index ist eine statistische Größe, um Preis- und Mengenbewegungen von Gütern und Wertpapieren (z.B. Aktienindex) im zeitlichen Verlauf anschaulicher zu visualisieren. Die darzustellenden Werte werden zu diesem Zweck prozentual bzw. relativ auf eine Basisgröße bezogen.

Inflation
 

Inflation ist ein andauernder, signifikanter Anstieg des Preisniveaus: Das Austauschverhältnis von Geld zu allen anderen Gütern verändert sich zu Lasten des Geldes. Deshalb wird oft auch von Geldentwertung gesprochen.

Insolvenzrisiko
 

Gefahr der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners.

Interbankenmarkt
 

Der Markt, an dem der Handel zwischen Kreditinstituten stattfindet, d. h., an dem Angebot und Nachfrage von Banken nach Geld, Devisen oder Wertpapieren zusammentreffen. Geographisch und zeitlich ist er nicht abgrenzbar.

Investmentanteil
 

Wertpapier, das eine Beteiligung am Vermögen eines Investmentfonds verbrieft.

Investmentdepot
 

Depot bei einer Investmentgesellschaft, das ausschließlich für den Erwerb und die Verwahrung von Fondsanteilen bestimmt ist. Merkmal: Gutschrift auch von Anteilbruchteilen.

Investmentfonds
 

Als Begriffsdefinition nach deutschem Recht „Sondervermögen“, das von einer Investmentgesellschaft verwaltet und von einer von ihr unabhängigen Depotbank verwahrt wird. Sondervermögen heißt: strenge Trennung vom eigenen Vermögen der Investmentgesellschaft.

Investmentgesellschaft
 

Fondsgesellschaft (auch: Kapitalanlagegesellschaft), die für das von ihr verwaltete Sondervermögen (Fonds) Wertpapiere oder Immobilien kauft und Anteilscheine an diesem Fonds ausgibt.

Investmentgesetz
 

Das Investmentgesetz (InvG) ist am 01.01.2004 in Kraft getreten und ersetzte das bisher geltende Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAGG).

Im InvG wurden KAGG und das Auslandinvestment Gesetz (AuslInvestmG) zusammengefasst, die Regelungen für in- und ausländische Fonds vereinheitlicht und nach Investmentgesetz und Investmentsteuergesetz unterschieden. Wie auch vorher das KAGG, dient das Investmentgesetz primär dem Anlegerschutz.

J

Jahresabschluss
 

Am Ende eines jeden Geschäftsjahrs hat ein Konzern einen Jahresabschluss zu verfassen. Dieser dient der Information über die geldlichen Angelegenheiten des Unternehmens. Seine Form wird durch das Handelsgesetzbuch vorgeschrieben.

Jahresüberschuss
 

Der Gewinn eines Unternehmens am Ende eines Geschäftsjahrs wird als Jahresüberschuss bezeichnet. Die Hauptversammlung entscheidet, ob er als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet wird oder ob er im Rahmen einer Erhöhung der Gewinnrücklagen im Unternehmen verwendet wird.

Joint Venture
 

Joint Venture stammt aus dem Englischen und steht für Gemeinschaftsunternehmung. Meistens gründen dabei zwei oder mehr Firmen ein Gemeinschaftsunternehmen, in das sie Technologie, Kapital oder Personal einbringen. Grund eines Joint Venture ist das Erreichen eines bestimmten vereinbarten Ziels oder Zwecks.

Junge Aktien
 

Mit "junge Aktien" bezeichnet man Wertpapiere, die bei einer Kapitalerhöhung neu ausgegeben werden. Diese sind für das aktuelle Geschäftsjahr nicht bzw. noch nicht voll dividendenberechtigt. Der Zusatz "jung" fällt nach der ersten Gewinnausschüttung weg.

Juristische Personen
 

Unter juristischen Personen versteht man Zusammenschlüsse von Personen- oder Sachgesamtheiten, die damit rechtsfähig werden. Generell unterscheidet man zwischen juristischen Personen des öffentlichen und des privaten Rechts. Personen des privaten Rechts sind: - Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) - Aktiengesellschaften (AG) - Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA) - eingetragene Genossenschaften (eG) - eingetragene Vereine (eV) Personen des öffentlichen Rechts sind: - Körperschaften wie Bund, Länder und Gemeinden - Stiftungen - Anstalten wie die Deutsche Bundesbank.

K

Kalte Progression
 

Bezeichnung für eine Steuermehrbelastung: Sie tritt ein, wenn Lohnsteigerungen nur einen Inflationsausgleich bewirken und die Einkommensteuersätze nicht an die Inflationsrate angepasst werden. Durch den progressiven Einkommenstarif wird jeder über dem Grundfreibetrag verdiente Euro mit einem höheren Satz besteuert. Das Realeinkommen sinkt dadurch.

Kapitaldeckungsverfahren
 

Private Individualversicherungen wie die private Rentenversicherung werden im Kapitaldeckungsverfahren finanziert: Für jeden Versicherungsnehmer werden Leistungen vom Versicherungsunternehmen aus den Beiträgen der Versicherten angespart. Aus dem verzinsten Vermögen erhalten die Einzahler später Auszahlungen, beispielsweise ihre private Rente.

Kapitalertragssteuer
 

Eine besondere Form der Einkommensteuer, bei der Einkünfte aus Kapitalvermögen besteuert werden. Sie entsteht, wenn dem Gläubiger (Sparer, Anleger) die Kapitalerträge zufließen. Dann muss der Schuldner der Kapitalerträge oder die auszahlende Stelle (Kapitalgesellschaften, Kreditinstitute, Bausparkassen) die Steuer abziehen. 

Kapitallebensversicherung
 

Die Kapitallebensversicherung vereint Todesfallabsicherung und Sparanlage. Sie zahlt bei Tod der versicherten Person die versicherte Todesfallsumme (mindestens die Versicherungssumme) an die Bezugsberechtigten für den Todesfall. Erlebt die versicherte Person den Ablauf der Versicherungsdauer, wird die Erlebensfallleistung an die Bezugsberechtigten für den Erlebensfall (meist der Versicherungsnehmer) ausgezahlt. Das Bezugsrecht kann durch den Versicherungsnehmer getrennt für den Erlebens- und Todesfall festgelegt werden.

Kapitalsammelstellen
 

Institute, die Spar- und Anlagegelder aufnehmen und an Kredit- oder Kapitalsuchende weiterleiten oder Kapital sammeln und in Wertpapieren anlegen (zum Beispiel Banken, Bausparkassen, Investmentgesellschaften oder Versicherungen).

Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen (IHK)
 

 Die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen (IHK) ist in der gesamten Finanzdienstleistungsbranche anerkannt und eröffnet Ihnen viele Perspektiven. Sie erlernen in Theorie und Praxis die Grundlagen dieses Berufes und qualifizieren sich für die Tätigkeit als Vermögensberater.

Inhaltliche Schwerpunkte der Ausbildung
 
  • Versicherungswirtschaft und Finanzberatung
  • Beratungs- und Verkaufskompetenz
  • Produktkenntnisse bei Vorsorge- und Finanzprodukten
  • Arbeitsgestaltung, kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • Kundenberatung und Verkauf
  • Kenntnisse über und Vertrieb von Versicherungs- und Finanzprodukten
  • Schaden-, Leistungs- und Bestandskundenmanagement
Sie erwerben diese Qualifikationen
 
  • bedarfs- und situationsgerechte Beratung von Kunden
  • individuelle Bedarfsanalyse von Kunden im Hinblick auf Versicherungsschutz und Vermögensanlage
  • Angebotserstellung und Abschluss von Verträgen
  • Vertrieb der Finanz- und Versicherungsprodukte
  • Kundengewinnung
  • Marketing, Agenturbetrieb, Risikomanagement
  • team-, prozess- und projektorientiertes Arbeiten

Ihre Möglichkeiten
 

  • Sie arbeiten bei Versicherungsunternehmen und Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche.
  • Sie können als selbstständige Vermögensberater und Vermittler von Finanzprodukten tätig sein.
  • Außerdem stellen Wirtschaftsunternehmen der Industrie und des Handels sowie andere Dienstleistungsunternehmen mögliche Tätigkeitsfelder dar.
Kontrahent
 

Vertragspartner.

Korrelation
 

Wechselseitige Beziehung bzw. Abhängigkeit zweier Größen untereinander. Der Korrelationsgrad gibt die Wahrscheinlichkeit gleichlaufender Kurs- und Marktentwicklungen wieder. Liegt keine gemeinsame Entwicklung vor, ergibt sich daraus eine Korrelation von 0. Verändert sich aber beispielsweise. eine Aktie exakt genauso wie der DAX, so ergibt sich eine Korrelation von +1.

L

Liquidität
 

Eigenschaft eines Zahlungsmittels, rasch in flüssige Mittel wie zum Beispiel Bargeld umgewandelt werden zu können.

Länderrating
 

Eingruppierung von Ländern entsprechend den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen.

M

Managementgebühr
 

Auch: Verwaltungsgebühr, Verwaltungsvergütung. Jährliche Gebühr, die direkt dem Fondsvermögen entnommen wird und die Kosten der Fondsgesellschaft für Management und Verwaltung (teilweise auch Vertrieb) deckt; reicht von etwa 0,4 bei Geldmarkt- und Indexfonds bis zu über 2 Prozent bei speziellen Aktienfonds.

Mantel
 

Eine Aktie besteht aus den Teilen Mantel und Bogen. Die Urkunde, welche die Rechte an sich aus dem Wertpapier darstellt, wird als Mantel bezeichnet. Bei Aktien ist dies der Anteilsbesitz und bei festverzinslichen Wertpapieren das Hauptdokument.

Margin
 

Bei Geschäften am Terminmarkt dient der Einschuss, zu Englisch: "Margin", als hinterlegte Sicherheitsleistung für die eingegangenen Risiken

Market Maker
 

Der Market Maker stellt für die ihm zugewiesenen Wertpapiere ständig Geld- und Briefkurse. Er handelt auf eigene Rechnung und eigenes Risiko und sorgt für die Marktliquidität. Bei Optionsscheinen und Zertifikaten ist der Emittent in aller Regel auch Market Maker für die von ihm emittierten Wertpapiere.

Marktkapitalisierung
 

Die Marktkapitalisierung ist der Börsenwert eines Unternehmens und errechnet sich aus der Anzahl der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs.

Marktkapitalisierung
 

Die Marktkapitalisierung ist der Börsenwert eines Unternehmens und errechnet sich aus der Anzahl der Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs

MDAX
 

MDAX® steht für Midcap-Index, also für einen Index, der die Kursentwicklung von 50 wichtigen deutschen Aktien zusammen, die eine mittlere Marktkapitalisierung aufweisen.

Mehrbetrag
 

Kommt die Fondsgesellschaft den Veröffentlichungspflichten nicht nach, gilt der Fonds als steuerlich intransparent und es greift die "Strafbesteuerung" nach § 6 InvStG. Eine Grundlage hierfür bildet der Mehrbetrag, der sich aus der Differenz zwischen dem Rücknahmepreis am Jahresende und Jahresanfang ergibt.

MiFID
 

MiFID ist die Abkürzung für Markets in Financial Instruments Directive und ist eine Richtlinie der EU, durch die der Wertpapierhandel innerhalb Europas vereinheitlicht und vereinfacht werden soll. Sie soll Transparenz und Anlegerschutz erhöhen. Banken müssen deshalb z.B. die Kenntnisse und Erfahrungen eines Kunden erfragen und ihn warnen, wenn er außerhalb seiner Angaben handelt.

Minusankündigung
 

Eine Minusankündigung ist ein an der Deutschen Börse verwendeter Kurszusatz, mit dem darauf hingewiesen wird, dass mit größeren Kursverlusten zu rechnen ist. Sie wird nach festen Regeln vom jeweiligen Kursmakler angegeben. Gegenteil: Plusankündigung.

Mischfonds
 

Mischfonds dürfen gemäß ihren Anlagebedingungen sowohl in Aktien als auch in festverzinsliche oder andere Wertpapiere investieren. Die Entscheidungen über den richtigen Mix aus beiden Wertpapierarten trifft das Fondsmanagement je nach aktueller Situation.

Mistrade
 

Kommt es im börslichen oder außerbörslichen Handel zu einem nicht marktgerechten Preis und somit fehlerhaften Geschäft, kann das Geschäft aufgehoben werden. Man spricht dann von einem Mistrade. Bei Börsengeschäften sind die Bedingungen dafür in den Börsenordnungen geregelt, im außerbörslichen Direkthandel gelten bilaterale Regelungen zwischen Bank und Emittent, die auf der Handelspartnerübersicht der ING-DiBa eingesehen werden können.

Montanwerte
 

Aktiengesellschaften, die primär im Bereich Kohle und Stahl, also in der Montanindustrie, tätig sind, werden zu den Montanwerten gezählt.

N

Namensaktie
 

Namensaktien sind auf den Namen des Besitzers (des Aktionärs) ausgestellt. Die Aktiengesellschaft führt ein Register, welches alle Aktionäre des Unternehmens erfasst. Daher weiß die AG jederzeit genau, wer wie viele Anteile am Unternehmen hält. Namensaktien können auch vinkuliert sein, d.h., die Unternehmung muss einer Übertragung der Aktie zustimmen. Gegenteil: Inhaberaktie.

Nettodividende
 

Die Nettodividende ist der Betrag der Dividende abzüglich der 25%igen Kapitalertragsteuer (ohne Körperschaftsteuerguthaben).

Neue Aktien
 

Mit "neuen Aktien" bezeichnet man Wertpapiere, die bei einer Kapitalerhöhung neu ausgegeben werden. Diese sind für das aktuelle Geschäftsjahr nicht bzw. noch nicht voll dividendenberechtigt. Der Zusatz "neu" fällt nach der ersten Gewinnausschüttung weg. Der Begriff ist gleichbedeutend mit "junge Aktien".

Nichtveranlagungsbescheinigung
 

Eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung stellt das Finanzamt den Personen aus, die keine Einkommensteuer zahlen müssen, weil sie beispielsweise nur sehr geringe Einkünfte haben (wie zum Beispiel viele Studenten und Rentner). Sie müssen ihre Zinseinkünfte, Dividenden, Erträge aus Investmentanteilen und andere Kapitalerträge nicht versteuern, auch wenn sie über dem gesetzlichen Sparerfreibetrag liegen.

O

Offene Immobilienfonds
 

Investmentfonds, die ihre Gelder überwiegend in gewerblich genutzte Immobilien (zum Beispiel Büros, Einkaufszentren, Hotels) anlegen. Sie werden offene Fonds genannt, weil die Zahl der Anleger und der Objekte nicht beschränkt ist – im Gegensatz zu geschlossenen Immobilienfonds.

Ombudsstelle
 

Eine wichtige Aufgabe in der täglichen Arbeit des BDV ist die Funktion der Ombudsstelle. Damit ist der Verband Vermittler und Mediator. Hierzu gehört das entschieden unparteiische Vorgehen, wenn die Ombudsstelle Argumente von Vermögensberatern abwägt und objektiv vergleicht. So kann sie Fragen überzeugend diskutieren und Lösungen entwickeln, die alle Seiten zufrieden stellen.

Order
 

Order ist gleichbedeutend mit Börsenauftrag. Die Börse unterscheidet Kauf- und Verkaufsorder.

P

Performance
 

Synonym für Wertentwicklung: Sie bezeichnet die prozentuale Veränderung zwischen der angelegten Summe am Anfang und seinem Wert am Ende des Anlagezeitraums.

Portfolio
 

Zusammensetzung eines Vermögens. Bei Wertpapierfonds speziell die Zusammensetzung des Wertpapiervermögens.

Private Vorsorge
 

Die Idee der privaten Vorsorge basiert auf dem Kapitaldeckungsverfahren. Da sie freiwillig ist, stehen das eingezahlte Kapital sowie die erwirtschafteten Erträge ausschließlich dem Sparer zu. Er entscheidet über die Verwendung des angesparten Kapitals. Da die gesetzliche Rentenversicherung in Zukunft allein nicht mehr den Lebensstandard sichern kann, ruft die Bundesregierung zur zusätzlichen privaten und betrieblichen Altersvorsorge auf.

Q

Quartalsbericht/-bilanz
 

Freiwillige, vierteljährliche Veröffentlichung von Zwischenbilanzen einer Aktiengesellschaft. Sie bringen i.d.R. mehr Transparenz in den Markt.

Quellensteuer
 

Nach dem Quellenprinzip erhobene Steuer auf Zinsen und Dividenden. Beispiele für nationale Quellensteuern sind die Lohnsteuer und die Kapitalertragsteuer auf Dividenden.

R

Ratenkredit
 

Wer für größere Konsumgüter Geld braucht, kann bei der Bank einen Ratenkredit bekommen. Hier werden eine bestimmte Kreditsumme, ein fester Zinssatz und eine monatliche Rückzahlungsrate vereinbart. Ein Ratenkredit läuft über maximal 72 Monate.

Rating
 

Um die Bonität (also die Zahlungsfähigkeit) eines Geschäftspartners, Kunden oder Gläubigers festzustellen, fehlen den meisten Unternehmen und Kreditgebern Zeit und Sachkenntnis. Hier können so genannte Rating-Agenturen helfen. Die Bewertungen erfolgen aufgrund der Beurteilungen des Unternehmens, der Branche und auch des Länderrisikos. Nach einheitlichen Kriterien beurteilen sie Schuldner und deren Schuldverschreibungen auf Bonität und fassen das Ergebnis in einem Rating zusammen. Die Benotung reicht von ausgezeichneter Qualität bis zur Einstufung als hoffnungsloser Fall. Neben Anleihen von Staaten, Banken und Industrieunternehmen vergeben die Agenturen auch Ratings für Geldmarktpapiere und seit einigen Jahren auch für Investmentfonds. Das Rating zählt bei der Wertpapieranalyse zu den entscheidenden Investmentkriterien. Bekannte Rating-Agenturen sind Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch. Diese treffen über standardisierte Risiko- und Kreditwürdigkeitsbeurteilungen eine Aussage über die Zahlungsfähigkeit eines Kreditnehmers. Diese liegen zwischen AAA (bestens) und D (Zahlungen wurden eingestellt).

Referenzzinssatz
 

Repräsentativer, meint kurz- bis mittelfristiger Zinssatz, an dem bzw. an dessen Veränderungen sich andere Zinssätze (vor allem solche für Floating Rate Notes) orientieren. Wichtige internationale Referenzzinssätze sind der EURIBOR und der LIBOR.

Registrierte Vermittler (Versicherungsvermittlerregister)
 

Versicherungsvermittler und -berater bedürfen in der Regel einer gewerberechtlichen Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Diese wird erteilt, wenn die persönliche Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, eine Berufshaftpflichtversicherung und die entsprechende Sachkunde nachgewiesen wurden.

Zudem müssen sich Versicherungsvermittler und –berater, die gewerbsmäßig tätig sind, unter Bußgeldbewehrung in diesem Online-Register verzeichnen lassen. Die gewerbebezogenen Daten des Versicherungsvermittlers/ -beraters sind hier frei einsehbar. Die Nutzung der Daten zu werblichen Zwecken ist untersagt.
Die IHKs fungieren nicht nur als Zulassungsstellen, sondern führen gleichzeitig dieses Vermittlerregister, das beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) e.V. eingerichtet wird.
Das Register soll die Überprüfung ermöglichen, ob ein Versicherungsvermittler/ -berater zugelassen ist. Es sorgt so für Transparenz und stärkt den Verbraucherschutz.

Rentabilität
 

Prozentuales Verhältnis des Ertrags zu dem eingesetzten Kapital in einem bestimmten Zeitraum.

Rentenfonds
 

Investmentfonds, die unterschiedliche verzinsliche Wertpapiere enthalten. Im Regelfall ohne feste Laufzeit, sind diese jedoch auch mit zeitlich begrenzter Laufzeit zu erwerben.

Rezession
 

Die Entwicklung der Konjunktur kann in verschiedene Phasen unterteilt werden: Dem Aufschwung, in dem die gesamtwirtschaftliche Produktion von Gütern und Dienstleistungen ausgeweitet wird, folgt ein Abschwung, bei dem die gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten zurückgehen. Sinkt das Bruttoinlandsprodukt in zwei aufeinander folgenden Quartalen gegenüber dem Vorquartal, spricht man von einer „technischen Rezession“. Eine Rezession liegt aber nur vor, wenn zusätzliche Kriterien erfüllt sind:

  • Rückgang der Auftragseingänge

  • Verschlechterung der Stimmungsindikatoren (z.B. ifo-Geschäftsklimaindex)

  • Niedrige Kapazitätsauslastung

  • Rückgang der Produktionstätigkeit

  • Anstieg der Arbeitslosigkeit

Eine einheitliche Definition für den Begriff Rezession gibt es jedoch nicht.

Riester-Rente
 

Die Riester-Rente ist eine Form der privaten Altersvorsorge, die vom Staat gefördert wird. Sie ist als Ergänzung zur gesetzlichen Altersvorsorge auf freiwilliger Basis gedacht. Die Steuerpflichtigen bauen durch entsprechende Beitragszahlungen langfristig Vorsorgekapital auf. Dabei erhalten sie vom Staat Zulagen, gegebenenfalls eine darüber hinausgehende Steuerermäßigung. Die Bezeichnung geht auf den früheren Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Walter Riester zurück, der die Förderung der freiwilligen Altersvorsorge durch eine Altersvorsorgezulage vorschlug. Den Anlass dazu gab die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung 2000/2001, bei der das Nettorentenniveau eines durchschnittlichen Beschäftigten von 70 Prozent auf 67 Prozent reduziert wurde. 

Rücknahmepreis
 

Preis, zu dem Investmentanteile zurückgenommen werden.

S

Schwellenländer
 

Engl. Emerging Markets. Hauptsächlich ehemalige Entwicklungsländer, die durch den forcierten Ausbau des Dienstleistungs- und/oder Industriesektors Fortschritte erzielt haben.

Selbstständigkeit
 

Die Definition der Selbstständigkeit wird aus dem Sozialgesetzbuch hergeleitet. Dabei kommt es vor allem auf die Abgrenzung der selbstständigen Tätigkeit zur abhängigen Beschäftigung in einem Arbeitsverhältnis an. Die Aufnahme einer selbstständigen Arbeit wird auch als Existenzgründung bezeichnet. Kennzeichen der selbstständigen Tätigkeit ist das eigene Unternehmerrisiko, die Verfügungsmöglichkeit über die eigene Arbeitskraft und die im Wesentlichen frei gestaltete Tätigkeit und Arbeitszeit.

Sondervermögen
 

Das bei der Investmentgesellschaft gegen Ausgabe von Anteilscheinen eingelegte Kapital und die damit angeschafften Vermögensgegenstände bilden ein Sondervermögen. Das Sondervermögen muss von dem eigenen Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt gehalten werden.

Soziale Marktwirtschaft
 

In einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung werden die Produktion und Verteilung aller Güter und Dienstleistungen durch Angebot und Nachfrage bestimmt: Sie werden frei gehandelt und getauscht. In der „Sozialen Marktwirtschaft“ hat der Staat die Aufgabe, sozialpolitische Korrekturen vorzunehmen und auf sozialen Ausgleich hinzuwirken.

Kernidee der Sozialen Marktwirtschaft ist, dass eine funktionierende Wirtschaftsordnung vom Staat geschaffen und gepflegt werden muss. Dabei gilt der Grundsatz von Karl Schiller, Bundeswirtschaftsminister 1966-1972: „So viel Markt wie möglich, so viel Staat wie nötig“. Die Soziale Marktwirtschaft gilt heute als Grundlage der deutschen Wirtschafts- und Sozialordnung. Sie wurde für den Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt. Ihre politische Durchsetzung ist mit den Namen des Bundeswirtschaftsministers 1949-1963, Ludwig Erhard, und des Nationalökonoms Alfred Müller-Armack verbunden, der den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“ prägte.

Sozialversicherung
 

Die Sozialversicherung basiert auf dem Leistungs- und Gegenleistungsprinzip. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Versicherung als soziale Einrichtung zur allgemeinen Daseinsvorsorge. Damit unterscheidet sie sich von privaten, karitativen oder berufsständischen Vorsorgeeinrichtungen. Sie umfasst heute Kranken-, Unfall-, Renten, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.

Sparerfreibetrag
 

Jedem Anleger stehen ein Sparerfreibetrag von 750 Euro sowie ein Werbungskostenpauschbetrag von 51 Euro zu. Bei Zusammenveranlagten (Eheleuten) verdoppeln sich diese Beträge. Bis zu der jeweiligen Höchstgrenze von 801 Euro (bei Verheirateten 1.602 Euro) kann ein Freistellungsauftrag erteilt werden.

Staatsquote
 

Anteil der staatlichen Ausgaben an der gesamten Leistung einer Volkswirtschaft. Die Quote gibt das Verhältnis von Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) an. Eine Quote von 50 Prozent bedeutet z. B, dass die Hälfte der Wirtschaftsleistung durch die Hände des Staates fließt.

Swap
 

Ein Swap ist ein außerbörsliches Derivat, das den Austausch von Zahlungsströmen zwischen den beiden Swap-Vertragspartnern bewirkt.

T

TER
 

Die Total Expense Ratio (TER) oder Gesamtkostenquote weist die Summe aller Kosten in % aus, die bei einem Investmentfonds in einem Jahr angefallen sind. Sie geht weit über die jährlich anfallende Managementgebühr hinaus und beinhaltet beispielsweise auch Depotgebühren oder angefallene Kosten für Käufe und Verkäufe.

Thesaurierung
 

Die Erträge aus Wertpapieren (Dividenden und Zinsen) werden nicht ausgeschüttet, sondern wieder in neue Wertpapiere angelegt.

U

Umlageverfahren
 

Das Umlageverfahren ist die Grundlage der gesetzlichen Rentenversicherung. Dabei werden die Ausgaben eines Kalenderjahres durch die Einnahmen des gleichen Kalenderjahres gedeckt: die eingehenden Beiträge werden gleich für die Finanzierung der Ausgaben verwendet. Die Rentenversicherung hat nur eine finanzielle Rücklage, um mögliche Einnahmeschwankungen im Jahresverlauf auszugleichen. Die gezahlten Beiträge dienen also nicht zur Ansammlung von Kapital zur Finanzierung zukünftiger Rentenansprüche. 

Unternehmensanleihen
 

Schuldverschreibungen von Wirtschaftsunternehmen; auch Industrieobligationen genannt.

V

Vermittlerregister
 

Jeder Versicherungsvermittler und -berater, der gewerbsmäßig tätig ist, muss sich im Vermittlerregister verzeichnen lassen. Seine gewerbebezogenen Daten sind dort frei einsehbar. Versicherungsvermittler und -berater brauchen in der Regel eine gewerberechtliche Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Diese wird erteilt, wenn die persönliche Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, eine Berufshaftpflichtversicherung und die entsprechende Sachkunde nachgewiesen wurden.

Das Versicherungsvermittlerregister ermöglicht es zu überprüfen, ob ein Versicherungsvermittler eine Gewerbeerlaubnis hat. Dort kann nach Namen und Registernummer gesucht werden. Es sorgt so für Transparenz und stärkt den Verbraucherschutz.

Vermögenswirksame Leistungen
 

Vermögenswirksame Leistungen sind freiwillige Sozialleistungen des Arbeitgebers. Sie werden gemäß Tarifvertrag zusätzlich zum Lohn oder Gehalt gezahlt. Der vom Staat bezuschusste Höchstbetrag liegt bei 40 Euro monatlich.

Versicherungsvertragsgesetz
 

Der 1. Januar 2008 bringt für Versicherte eine Reihe wichtiger Verbesserungen. Dann tritt das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG) in Kraft. Durch die neuen Regelungen

werden die Rechte der Versicherungsnehmer gegenüber den Versicherern in vielen Bereichen erheblich gestärkt und die Transparenz im gesamten Versicherungsrecht

verbessert. Die Versicherten können sich künftig einfacher und umfassender als bisher über ihre Rechte und Pflichten informieren. Ihnen müssen künftig rechtzeitig vor dem Vertragsschluss die wesentlichen Unterlagen und Informationen zur Verfügung gestellt werden.

Versorgungslücke
 

Da aufgrund der demografischen Entwicklung in unserer Gesellschaft die Renten in Zukunft nicht mehr entsprechend den Lebenshaltungskosten steigen werden, wird die gesetzliche Altersversorgung bei vielen Arbeitnehmern den Bedarf nicht mehr decken. Die Differenz der Rentenzahlung zum persönlichen Monatsbedarf wird Versorgungslücke genannt. Die Verbraucher haben verschiedene Möglichkeiten, diese Versorgungslücke zu überwinden. 


Häufig ist von einem Dreisäulen-Modell die Rede: Die staatliche Altersversorgung wird dabei ergänzt durch eine betriebliche Altersvorsorge und eine private Rentenversicherung. Ein Arbeitnehmer muss dann während seiner beruflich aktiven Zeit in drei Kassen einzahlen. Die Höhe dieser Beiträge hängt davon ab, wie groß seine Versorgungslücke ist, d.h., welchen persönlichen finanziellen Bedarf er während seines Ruhestands haben wird und von der Anzahl der Jahre, während der er noch beruflich aktiv ist und Beiträge für das Dreisäulen-Modell leisten kann.

Veräußerungsgewinn
 

Bezeichnung für einen realisierten Gewinn aus einem Wertpapiergeschäft.

Volatilität
 

Die Volatilität ist eine Kennzahl, die die Schwankungsbreite eines Wertpapiers misst. Die Volatilität wird in der Regel über die Standardabweichung berechnet.

W

Wertpapier
 

Vermögensrecht, das in Form einer Urkunde verbrieft wird. Zu den Wertpapieren zählen unter anderem Aktien, Anleihen und Investmentanteile.

Wertpapierbörse
 

Handelsplatz für Wertpapiere. In Deutschland gibt es Börsen in Berlin und Bremen (als Teile der Börse Berlin-Bremen), Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart.

Die Wertpapierbörse in Frankfurt ist die größte in Deutschland.

Wiederanlage
 

Sofern ein Anleger auf die jährliche Ausschüttung nicht angewiesen ist, empfiehlt sich die Wiederanlage der Erträge zum Beispiel im Rahmen von Investment-Sparprogrammen, für die die Gesellschaften Wiederanlagerabatte bis hin zum Nulltarif gewähren. Für die jährlichen Erträge werden dann immer neue Anteile oder Bruchteile von Anteilen erworben, die ihrerseits Erträge abwerfen, die erneut angelegt werden. Dieser Kumulativeffekt verstärkt sich mit der Dauer der Anlage. Bei Inhabern eines Anlagekontos, das direkt bei der Investmentgesellschaft geführt wird, erfolgt die Wiederanlage automatisch und kostenfrei in neuen Anteilen beziehungsweise Anteilbruchteilen.

X

Y

Z

Zinseszins-Effekt
 

Zusätzliche Wertsteigerung einer Anlage durch Wiederanlage der erwirtschafteten Erträge („Zinsen auf Zinsen“).

Zwischengewinn
 

Zwischengewinne sind die im Verkaufs- oder Rückgabepreis enthaltenen Entgelte für vereinnahmte oder aufgelaufene Zinsen, die vom Fonds noch nicht ausgeschüttet oder thesauriert und somit beim Anleger noch nicht steuerpflichtig wurden.

 
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