12. PARLAMENTARISCHER ABEND IN BERLIN


Zum 12. Mal ein Top-Ereignis im Politischen Berlin: Der Bundesverband Deutscher Vermögensberater (BDV) lud zu seinem Parlamentarischen Abend in die Räume der Parlamentarischen Gesellschaft ein und zahlreiche Spitzenvertreter aus Politik, Ministerialbürokratie, Unternehmen und Verbänden nutzten die Möglichkeit, sich über aktuelle Themen auszutauschen.

Als Ehrengast begrüßte BDV-Vorsitzender Friedrich Bohl die Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz, Rita Hagl-Kehl, MdB. Die bayerische SPD-Abgeordnete ist in der Bundesregierung für den Verbraucherschutz zuständig und damit wichtige Ansprechpartnerin für die Themen und Anliegen des BDV.

Dr. Helge Lach, Dr. Markus Braun, Friedrich Bohl, Rita Hagl-Kehl, MdB, Tanja Welle, Stephan Schindler

Verbandsvorsitzender Bohl platzierte in seiner Rede eine ganze Reihe von Punkten bei der Staatssekretärin und den zahlreich anwesenden Fachpolitikern aus dem Deutschen Bundestag. Drei Themen griff er besonders heraus:

Provisionsdeckel: – Ganz generell stelle diese Absicht einen groben ordnungspolitischen Eingriff in den Markt dar und bedeute für jeden Vermittler und jede Vermittlerin in Deutschland eine vollkommen unbegründete zusätzliche Belastung, die die Politik keiner anderen Berufsgruppe zumuten würde. Als “administratives Monster” bezeichnete Bohl die Überlegungen, einen Korridor zwischen 2,5% und 4% für die Provisionen zu schaffen.

Wer die Abschlussprovisionen in der Lebensversicherung deckeln wolle, so Bohl, gefährde die wirtschaftliche Existenz von 200.000 freien Vermittlern und das Beratungsangebot für Bürger und Unternehmen in den Bereichen Altersvorsorge, Risikoabsicherung, Vermögensbildung und Immobilienfinanzierung.

Übertragung der Finanzaufsicht: Scharf Stellung bezog der ehemalige Kanzleramtschef auch gegen die Überlegungen, die Aufsicht über die freien Finanzanlagenvermittler schrittweise auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu übertragen. Das verwundere, weil die bisherige Aufsicht durch die Gewerbeaufsichtsbehörden beziehungsweise der IHKs “ohne Komplikationen” funktioniere. Bohl zu der geplanten Übertragung: “Die bürokratischen, organisatorischen und nicht zuletzt auch finanziellen Belastungen unserer Mitglieder würden dadurch noch größer und unzumutbarer werden.”

Nationale Umsetzung von MiFID-2: Mit Sorge sehe der BDV nach wie vor die Ausgestaltung der vorgesehenen Aufzeichnungspflicht von Telefongesprächen. Der bislang vorliegende Verordnungsentwurf gehe klar über europäische Vorgaben hinaus. Dies sei für mobile Vertriebe nicht praxisorientiert.

Ein überaus positives Resümee zog Bohl in der Arbeit des Verbandes und lobte die rund 12.000 Mitglieder. Rund 2,6 Millionen Verträge wurden vermittelt, die bei acht Millionen Kunden maßgeblich zu Vermögensaufbau und Alterssicherung beigetragen hätten. Bei rund 506.000 vermittelten Lebensversicherungsverträgen gab es keine einzige berechtigte Beanstandung bei der BaFin.

Auch angesichts dieser beeindruckenden Zahlen lobte Staatssekretärin Rita Hagl-Kehl, MdB, den BDV als “wichtigen Ansprechpartner” in den Fragen der Vermögensberatung. Die “ganzheitliche und nachhaltige Beratung”, orientiert an strengen Grundsätzen und Richtlinien, trage wesentlich dazu bei, die deutschen Verbraucher kompetent zu beraten. Trotz zunehmender Digitalisierung bleibe die “Mensch-zu-Mensch-Beratung” unerlässlich.

Die Bundesregierung halte am bewährten Drei-Säulen-Modell fest. Hagl-Kehl verwies aber auch darauf, dass bei den Themen “Provisionsdeckel” und “Übertragung der Finanzaufsicht” die Überlegungen der Bundesregierung fortgeführt würden. Sie wolle jedoch auch bei diesen “strittigen Themen” eine zuverlässige Ansprechpartnerin bleiben. Über allem stehe die qualifizierte Beratung der Kunden.

Genügend Gesprächsstoff für die prominenten Gäste. Intensiv im Gespräch sah man Ex-Arbeitsminister Walter Riester (SPD) mit den stellvertretenden BDV-Vorsitzenden Dr. Helge Lach und Dr. Markus Braun. Der Alterspräsident des Deutschen Bundestages, Hermann Otto Solms (FDP), kam direkt aus dem Reichstag und der Parlamentarische Verteidigungsstaatssekretär Dr. Peter Tauber (CDU) traf auf viele Weggefährten.

Anwesend waren viele Fachpolitiker fast aller Parteien: Bettina Stark-Watzinger, FDP, Vorsitzende des Finanzausschusses traf auf Antje Tillmann, finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU. Lothar Binding, finanzpolitischer Sprecher der SPD, tauschte sich intensiv mit den BDV-Geschäftsführern Lutz Heer und Werner Hussong aus. Alexander Radwan, Finanzexperte der CSU, sah man im intensiven Gespräch mit seinem CDU-Kollegen Olav Gutting.

Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth, Hauptgeschäftsführer des GDV, führte das Who-is-Who der deutschen Versicherungsbranche an. Kompetente Ansprechpartner fanden auch Christoph Schmallenbach, Vorstandsvorsitzender der AachenMünchener und Christian Hormuth, Direktor bei Allianz Global Investors. Unternehmerisches Fachwissen und politische Expertise wurden wieder einmal perfekt kombiniert – erneut ein gelungener Abend des BDV im Herzen Berlins.

 

zurück