BDV Hauptversammlung 2019


Neuigkeiten, Hintergründe, Persönlichkeiten – die Jahreshauptversammlung unseres Verbandes in der Jahrhunderthalle Frankfurt war auch 2019 eine großartige Veranstaltung mit breiter Themenmischung und Top-Präsentation. Etwa 1400 Vermögensberater unseres Verbandes aus ganz Deutschland erhielten 1A-Informationen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik – meist unterhaltsam aufbereitet, mitunter nachdenklich, immer kämpferisch im Sinne des BDV.

Unser Vorsitzender Friedrich Bohl gab gleich zu Beginn die Richtung vor: „Wir sind ein toller Verband. Wir leben von Fachwissen, aber auch Herzlichkeit und Solidarität. Das ist die DNA des BDV, damit stehen wir in der Tradition von Reinfried und Anneliese Pohl.“ Der Bezug zur Gründerfamilie – in Anwesenheit von Andreas und Reinfried Pohl – spielte in Friedrich Bohls Begrüßung eine wesentliche Rolle: „Der BDV hat seine Wurzeln in der Allfinanz-Idee.“

Besonders bedankte sich Friedrich Bohl bei den anwesenden Jubilaren für 40 Jahre Treue und Verbundenheit mit dem Verband und wünschte allen weiterhin viel Erfolg bei bester Gesundheit.

Friedrich Bohl

Jubilare

Dann ging es Schlag auf Schlag mit den Gastrednern. Ein Potpourri an Pointen schoss Bernd Raffelhüschen ab. Der Professor für Finanzwirtschaft aus Freiburg hatte sich schon einen originellen Titel einfallen lassen: „Alterssicherung in Zeiten der Großen Koalition: Von Nahles, Heil und anderem Unheil“. Bissig gegen die Ungerechtigkeiten in der Rentenpolitik: „Normalerweise kriegt jeder so viel, wie er geleistet hat. Jeder kriegt die Rente, die er verdient hat. Normalerweise. Dann kam Nahles und die abschlagsfreie Rente mit 63, dann Hubert Heil mit der Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung.“ An der Stelle war Professor Raffelhüschen richtig in Fahrt: „Das Lebensleistungsprinzip ist außer Kraft gesetzt. Grüß Gott Ahnungslosigkeit in Berlin.“ In diesem Stakkato widmete sich der versierte Zahlenmann den Problematiken unserer Gesellschaft wie Altersarmut, Verdreifachung der Pflegefälle, kinderlose Gesellschaft. Den begeisterten Vermögensberatern rief er zu: „Sie machen einen wahnsinnig wichtigen Job. Sie können ihn mit stolzer Brust tragen, denn: Wir können nicht als Gemeinschaft für alle Widrigkeiten des Lebens vorsorgen. Auch das Individuum muss agieren.“ Dieser Herausforderung stelle sich der Vermögensberater tagtäglich, engagiert und den Menschen zugewandt.

Dr. Helge Lach und Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen

Den politischen Stempel drückte der Veranstaltung Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier auf. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU ist einer der fachkundigsten deutschen Politiker mit einer langen Karriere in diversen Partei- und Regierungsämtern. Sein Gastvortrag faszinierte mit dem flammenden Plädoyer für Europa, mit der uneingeschränkten Bekenntnis zur Sozialen Marktwirtschaft und dem Bekenntnis zum Berufsstand: „Vermögensberater sind ein Segen für unser Land. Mit ihrer Fachkenntnis und Qualifikation sorgen sie für Vertrauen in der Bevölkerung.“ Seine politische Tour d’Horizon machte auch vor aktuellen falschen politischen Weichenstellungen nicht Halt: „Die sogenannte Respektrente ist eine Respektlosigkeit vor der jungen Generation.“ Bouffier hatte einen eindringlichen Appell parat: „Deutschland ist ein Sehnsuchtsland. Arbeiten Sie weiter daran mit, dass es so bleibt.“

Volker Bouffier

Reinfried Pohl, Volker Bouffier, Andreas Pohl und Friedrich Bohl

Einen veritablen Einblick in die aktuelle Debatte um die Rente gab Karl Schiewerling. Der langjährige Sozialexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und heutige Co-Vorsitzende der Rentenkommission, bekannte sich grundsätzlich zu Stabilität im heutigen Rentensystem mit den Säulen gesetzlich, betrieblich und privat. Doch dieser Dreiklang müsse für die Zukunft wetterfest gemacht werden. Und an dieser Stelle hingen zwei dunkle Wolken drüber: die Demografie und die Digitalisierung. „Was wir nicht ändern können ist die Demografie, also sinkende Einwohnerzahlen. Was wir ändern können, ist, die Private Altersvorsorge zu stärken. Daran will ich mitarbeiten.“

Karl Schiewerling

Dr. Helge Lach

Die Bedeutung des Bundesverbandes Deutscher Vermögensberater in Berlin und Brüssel strich der stellvertretende Vorsitzende Dr. Helge Lach heraus. Dr. Lach, Vorstandsmitglied der Deutschen Vermögensberatung (DVAG), erwähnte in seinem Jahresbericht den Kampf gegen Bürokratie (zum Beispiel bei der Riester-Rente und dem diffizilen Zulagensystem), gegen zu viel Regulatorik (zum Beispiel bei Mifid 2 und vor allem dem Einsatz gegen den in Berlin geplanten Provisionsdeckel. „Wir sind mit viel Kraft unterwegs, um dieses Thema zu verhindern.“

Kraft, die auch der Verband vermittelt. Und so stellte sich der BDV in seinen Wahlen mit einem bewährten Team für die Zukunft auf, das durch neue Gesichter ergänzt wird. Vorsitzender für weitere zwei Jahres bleibt Friedrich Bohl, Kanzleramtschef a.D. Sein alter und neuer Stellvertreter Dr. Helge Lach lobte die ausgezeichnete Kooperation und nannte Friedrich Bohl einen „Glücksfall“ für den Verband. Zu den stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Helge Lach, Dr. Markus Braun, Stephan Schindler und Tanja Welle wurde Thorsten Rolf neu gewählt, und der Hauptausschuss wurde um Herrn Oliver Steinhart aus Ravensburg erweitert. Katja Dieffenbach-Rilk folgt Geschäftsführer Werner Hussong nach, der aber mit seiner Expertise dem Verband als Berater weitere zwei Jahre zur Seite stehen wird.

BDV Vorstand

Ein weiteres Highlight des Tages war die Präsentation eines exklusiven Versicherungsangebotes für Verbandsmitglieder. Initiator Stephan Schindler sowie Dr. Lach stellten gemeinsam mit Aleksandar Mitov dieses Versicherungspaket vor und lobten die hervorragenden Konditionen für Mitglieder.

Stephan Schindler, Aleksandar Mitov und Dr. Helge Lach

Aleksandar Mitov

Kompetent, präsent, erfolgreich – unter diesem Dreiklang präsentiert sich der BDV in der Öffentlichkeit. Diese Werte vermittelte aber auch die eindrucksvolle Jahreshauptversammlung 2019.

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