Steuerliche Unterstützung betroffener Unternehmer


Das Bundesministerium für Finanzen und das Bundesministerium für Wirtschaft haben erste Eckpunkte zu einem Schutzschild für Beschäftige und Unternehmen veröffentlicht, die jetzt durch ein BMF-Schreiben vom 19. März 2020 weiter konkretisiert wurden. Die Finanzbehörden sollen betroffenen Unternehmen durch Steuerstundungen und die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen unterstützen.

Wir gehen davon aus, dass für Vermögensberater insbesondere die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen hilfreich sein könnte. Die nächsten Vorauszahlungen für die Gewerbesteuer bzw. Einkommensteuer stehen am 15. Mai bzw. 10. Juni an. Insofern besteht noch etwas Zeit, die Anträge auf Herabsetzung zu stellen.

Wichtig ist hierbei, dass nachweisbar geltend gemacht werden kann, dass durch die Corona-Krise für das Jahr 2020 deutliche Einkommenseinbußen drohen. Die Einkommenseinbußen wären beispielweise durch die angeordneten Kontaktbeschränkungen und einen Rückgang von Kundenterminen glaubhaft zu machen.
Ein Herabsetzungsantrag für Steuervorzahlungen ist eine reine Liquiditätsunterstützung für den Unternehmer. Ein Verzicht auf Steuerzahlungen oder ein echter staatlicher Zuschuss ist im Bereich der Steuern derzeit nicht vorgesehen.

Einige Bundesländer ermöglichen allen von der Corona-Krise betroffenen Steuerpflichtigen die formlos Antragstellung betreffend der Abgabe- und Zahlungsfrist für die bis 10. Mai 2020 abzugebenden Umsatzsteuer-Voranmeldungen bzw. Lohnsteueranmeldungen. Hier kann eine Fristverlängerung der Abgabe- und Zahlungsfristen um jeweils bis zu zwei Monaten beantragt werden. Die Antragstellung für die Lohnsteueranmeldungen setzt eine nachweislich unverschuldete Betroffenheit durch die Corona-Krise voraus.

Aber Achtung: Diese steuerliche Liquiditätsunterstützung sollte nur dann beantragt werden, wenn der Vermögensberater nachweislich durch die Corona-Krise betroffen ist, andernfalls drohen Sanktionen.