13. Parlamentarischer Abend in Berlin


Zum 13. Mal ein Top-Ereignis im politischen Berlin: Der Bundesverband Deutscher Vermögensberater (BDV) lud zu seinem Parlamentarischen Abend und wie in den Vorjahren nutzten Politiker, Wirtschafts-, Verbands- und Ministeriumsvertreter die Möglichkeit zum aktuellen Meinungsaustausch. Der BDV-Vorsitzende Friedrich Bohl begrüßte in der Parlamentarischen Gesellschaft und damit im Herzen der Hauptstadt.

Zwei Themen sprach der frühere Chef des Bundeskanzleramts an: Den Provisionsdeckel bei der Vermittlung von Lebensversicherungen. Bohl: „Diese Überlegungen kann ich nicht nachvollziehen. Wir werden da weiter Stellung gegen beziehen.“ Und die Absicht, die Aufsicht über die freien Finanzanlagenvermittler an die BaFin zu übertragen. Dafür, so BDV-Chef Bohl, gebe es keine belastbaren Begründungen. Die derzeitige Praxis mit den Industrie- und Handelskammern (IHK) laufe gut. Im Gegensatz zu den von der BaFin beaufsichtigten Finanzproduktanbietern habe es unter IHK-Ägide keine Skandale gegeben.

Dr. Michael Meister, Stephan Schindler, Friedrich Bohl

Als Ehrengast begrüßte Friedrich Bohl den Co-Vorsitzenden der Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“, Karl Schiewerling. Die Kommission legt in Kürze ihre Vorschläge für die Sicherung der Altersvorsorgesysteme ab dem Jahr 2025 vor. Der ausgewiesene Sozialexperte Schiewerling erläuterte dem anwesenden Fachpublikum: „Wir sind an die Wurzeln gegangen, wir haben uns alle Zahlen angeschaut und sehen die große Herausforderung.“ Schiewerling versicherte, dass aus Sicht der Kommission alle drei Bereiche der Altersvorsorge auch künftig eine große Rolle spielen: Gesetzlich, privat und betrieblich. Aber angesichts der demografischen Entwicklung werde sicherlich dem privaten und betrieblichen Pfeiler eine größere Rolle zufallen. Es gelte, die Akzeptanz der Riester-Produkte zu erhöhen. Der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Schiewerling legte Wert auf die Feststellung: „Wir wollen mit unseren Vorschlägen zur gesellschaftlichen Stabilität beitragen.“

Eine inhaltlich und visuell starke Premiere gelang Dr. Helge Lach, Vorstandsmitglied der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) und stellvertretender Vorsitzender des BDV. Mit einer PowerPoint-Präsentation führte Dr. Lach das neue Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung „DIVA“ auf dem politischen Parkett ein. Mit zwei Innovationen will „DIVA“ künftig die Debatte über die Altersvorsorge in Berlin und Brüssel mitbestimmen. In einem Monitor beschäftigt sich das von Prof. Dr. Michael Heuser geleitete Institut mit aktuellen Fragestellungen, arbeitet Referentenentwürfe systematisch auf und erstellt praktische Übersichten mit den Positionen aller Beteiligten. Das ist der eine Pfeiler.

In einem zweiten großen Projekt erstellt „DIVA“ einen Altersvorsorgeindex, der wie ein Forschungsinstitut die Meinungen der Bürger zur Alterssicherung abfragt. Also: Wie beurteilen Sie Ihre aktuelle Situation? Was ist Ihnen wichtig? Staatliche Förderung, selbstgenutzte Immobilie als Stichworte. Ein erster DIVA-Monitor über den Referentenentwurf zur Übertragung der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler auf die BaFin stieß auf reges Interesse der Gäste. Dr. Lach versprach den anwesenden Renten- und Sozialexperten: „Sie können sich auf eine valide wissenschaftliche Untermauerung unserer Ergebnisse verlassen.“

Dr. Helge Lach, Stephan Schindler, Karl Schiewerling

Reichlich Gesprächsstoff für die hochkarätige Gästeschar. Die BDV-Geschäftsführer Katja Dieffenbach-Rilk und Lutz Heer konnten mit Dr. Michael Meister (Bildung und Forschung), Dr. Peter Tauber (Verteidigung) und Steffen Bilger (Verkehr und Digitales) drei Staatssekretäre begrüßen. Antje Tillmann (CDU), Lothar Binding (SPD), Dr. Hermann Otto Solms (FDP) und Stefan Schmidt (Grüne) gehören mit ihrer Fachexpertise im Parlamentarischen Beirat des BDV seit vielen Jahren zu den Ansprechpartnern des BDV. Sie trafen auf etliche Kollegen aus dem Bundestag. Michael Grosse-Brömer, 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU war trotz Abstimmungsmarathons im Reichstag gekommen, die Kollegen Dr. Carsten Brodesser, Peter Weiß und Olav Gutting ebenso. Intensive Gespräche führten die stellvertretenden BDV-Vorsitzenden Dr. Markus Braun, Thorsten Rolf und Stephan Schindler mit den Vertretern aus Ministerien und der Wirtschaft. Alexander Müller, Vizepräsident Retail Business bei Allianz Global Investors gehörte dazu ebenso wie zum Beispiel Regierungsdirektor Thomas Ernst.

Dr. Helge Lach, Stephan Schindler, Karl Schiewerling, Friedrich Bohl, Dr. Markus Braun, Thorsten Rolf

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